2Pac-Urteil – Duane Davis bricht sein Schweigen – Was jetzt?!
Die Black Music Community hält den Atem an: Der Fall um den Mord an Rap-Ikone 2Pac Shakur im Jahr 1996 nimmt eine weitere, dramatische Wendung. Erst kürzlich wurde Duane "Keefe D" Davis in Las Vegas e...

Nach dem Schuldspruch im Mordfall 2Pac bricht Duane „Keefe D“ Davis sein Schweigen und kündigt Berufung an. Er beteuert seine Unschuld, wirft der Polizei Lügen vor und distanziert sich von seinem eigenen Geständnis-Buch. Der juristische Kampf um die Rap-Legende geht damit weiter.
Die Black Music Community hält den Atem an: Der Fall um den Mord an Rap-Ikone 2Pac Shakur im Jahr 1996 nimmt eine weitere, dramatische Wendung. Erst kürzlich wurde Duane "Keefe D" Davis in Las Vegas einstimmig von den Geschworenen für die Orchestrierung des Attentats schuldig gesprochen – ein Urteil, das über 27 Jahre nach dem tragischen Ereignis für viele als langerwartete Gerechtigkeit empfunden wurde. Doch nun bricht Davis sein Schweigen und präsentiert eine Version der Ereignisse, die das Fass zum Überlaufen bringt und die Diskussionen neu entfacht. BlackBeats.FM taucht ein in die ersten exklusiven Statements des Verurteilten.
"Ich mache mir keine Sorgen": Keefe D's kühne Behauptungen
Im ersten Interview nach dem spektakulären Schuldspruch, geführt mit dem Hollywood Reporter, zeigt sich Duane Davis unbeeindruckt vom Urteil. "Ich mache mir keine Sorgen", beteuert der 63-Jährige und kündigt eine sofortige Berufung an. Diese sei sogar schon beantragt worden, bevor der Prozess überhaupt begonnen hatte. Seine Argumentation ist brisant: Er behauptet, seine Bürgerrechte seien verletzt worden und die beteiligten Polizisten hätten während des Verfahrens gelogen. "Ein unschuldiger Mann sitzt wegen denen im Gefängnis", so Davis' schwerwiegender Vorwurf.
Ein weiterer Kritikpunkt seinerseits zielt auf die Präsenz von 2Pacs Familie während des Prozesses ab: "Mir hat es nicht gefallen, wie die Staatsanwälte sie immer wieder in den Hinterraum brachten, in dem sich die Geschworenen befanden. Das kam mir voreingenommen vor." Diese Aussagen werfen neue Fragen auf und deuten an, dass der juristische Kampf um die Wahrheit im Fall 2Pac noch lange nicht beendet ist.
Fragwürdiges Alibi und die Buch-Kontroverse
Davis' Verteidigungslinie nach dem Schuldspruch ist ebenso bemerkenswert wie lückenhaft. Er besteht darauf, zum Zeitpunkt des Attentats überhaupt nicht in Las Vegas gewesen zu sein. Der Hollywood Reporter bestätigt zwar, dass es weder Quittungen, Telefonaufzeichnungen noch unabhängige Augenzeugen gibt, die Davis' Anwesenheit in Las Vegas am Tattag belegen. Allerdings kann auch Davis selbst kein belastbares Alibi vorweisen. Seine Behauptung, mit einem Freund in einer Bar gewesen zu sein, bleibt unbestätigt, ebenso wie seine Aussage, erst Tage später von 2Pacs Tod erfahren zu haben.
Besonders pikant ist Davis' Distanzierung von dem Buch, in dem er sich einst mit der Tat gebrüstet haben soll. "Ich habe das Buch nie geschrieben. Der Autor hat mir gesagt, ich solle zehn Geschichten über mein Leben erzählen und ein paar Fotos besorgen. Ich habe das Buch weder gelesen, noch einmal durchgesehen oder sonst irgendetwas damit gemacht. Auf dem Cover haben sie nicht einmal meinen Namen richtig geschrieben. Ich wollte einfach nur etwas Geld für meine Familie verdienen." Diese Erklärung, ein Produkt aus der Hand zu weisen, das ihn selbst in Bedrängnis brachte, dürfte bei vielen Skeptikern auf taube Ohren stoßen.
Suge Knight als Schlüsselfigur?
Im Zentrum von Davis' Verteidigungsstrategie steht der Ruf nach Suge Knight, dem damaligen Labelboss von Death Row Records, der selbst bei dem Attentat angeschossen wurde und als einer der wenigen lebenden Zeugen gilt. Davis fordert: "Er soll die Wahrheit sagen!" Tatsächlich äußerte sich Suge Knight bereits 2023 in einem TMZ-Interview und behauptete, die Behörden hätten sich bei Davis geirrt und er sei unschuldig. Eine Aussage, die das Gericht jedoch nicht nutzte, denn Knight, der auf der Liste der potenziellen Zeugen stand, wurde während des Verfahrens nicht in den Zeugenstand gerufen.
Die Rolle von Suge Knight, die Ungereimtheiten im Fall und die vehemente Leugnung von Keefe D werfen ein komplexes Licht auf die immer noch ungelösten Fragen rund um den Tod von 2Pac. Der Schuldspruch gegen Duane Davis mag für viele ein Kapitel geschlossen haben, doch seine aktuellen Äußerungen öffnen eine neue Box der Pandora. Für Duane Davis drohen im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung mindestens 40 Jahre Gefängnis. Das Strafmaß soll im Oktober bekannt gegeben werden. BlackBeats.FM bleibt dran und verfolgt diesen weiterhin hochsensiblen Fall, der die Hip-Hop-Welt seit Jahrzehnten in Atem hält.

