Ali G ist zurück! – Massiver Boykott schockt Kino-Comeback
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Ali G ist zurück! – Massiver Boykott schockt Kino-Comeback

Willkommen zurück in Staines, oder etwa doch nicht? Die umstrittene Kultfigur Ali G , kreiert und verkörpert vom britischen Komiker Sacha Baron Cohen , feiert mit dem Film "Ali G: Who Iz I?" ihr lange...

1. September 2026
4 Min. Lesezeit
Melissa Brandt
VonInterview-Redaktion
Auf einen Blick

Sacha Baron Cohen bringt seine Kultfigur Ali G mit dem Film "Ali G: Who Iz I?" zurück ins Kino, sieht sich jedoch massiven Boykott-Aufrufen gegenüber. Kritiker werfen der Mockumentary rassistische Stereotypen vor, während Fans das Werk als zeitgemäße Satire verteidigen.

Willkommen zurück in Staines, oder etwa doch nicht? Die umstrittene Kultfigur Ali G, kreiert und verkörpert vom britischen Komiker Sacha Baron Cohen, feiert mit dem Film "Ali G: Who Iz I?" ihr langersehntes Kino-Comeback. Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Leinwanddebüt in "Ali G Indahouse" (2002) soll der neue Streifen Ende Oktober weltweit die Big Screens erobern. Doch die Rückkehr des "West Staines Massiv" wird von einer Welle des Protests überschattet, die schon vor dem offiziellen Release für hitzige Diskussionen sorgt.

Erst vor wenigen Tagen enthüllte der offizielle Trailer einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Ali G scheint von der modernen Welt überrascht zu sein, als er feststellt, dass sich seit seiner letzten Sichtung so einiges getan hat – von "Corona" über "Kriege" bis hin zu "Ed Sheeran". Die Mockumentary, die wie Cohens "Borat"-Filme mit versteckter Kamera gedreht wurde, verspricht, Ali Gs schrullige Versuche zu zeigen, sich in der heutigen Gesellschaft zurechtzufinden. An seiner Seite: die britische Komikerin Morgana Robinson als seine Partnerin. Der Film markiert zudem Sacha Baron Cohens Regiedebüt – ein spannender Schritt für den Meister der satirischen Provokation.

Kontroverse brodelt: Rassismusvorwürfe und Boykott-Aufrufe

Kaum war der Trailer online, formierte sich eine massive Gegenbewegung. Die Medienbeobachtungsplattform NewsCord startete eine weitreichende Boykott-Kampagne und rief Kinos weltweit dazu auf, "Ali G: Who Iz I?" nicht ins Programm aufzunehmen. Mit über 41.000 Protestschreiben, die angeblich bei rund 20 Kinoketten eingegangen sind, hat die Kampagne bemerkenswerte Dimensionen angenommen.

Der Kern der Kritik ist altbekannt, aber aktueller denn je: Ali G reproduziere rassistische Stereotypen. Die Figur bedient sich seit ihren Anfängen an Elementen der Schwarzen und insbesondere der jamaikanischen Kultur – von den charakteristischen Dreadlocks über auffällige Outfits bis hin zu seinem gebrochenen Patois. Für viele Kritiker ist dies nicht mehr zeitgemäß und schlichtweg rassistisch.

Die Debatte neu entfacht: Kulturaneignung oder Satire?

Die Diskussion um die Figur Ali G ist keineswegs neu. Schon bei ihren ersten Auftritten in den späten 90ern wurde über die Problematik der Darstellung gestritten. Befürworter argumentierten stets, dass Ali G keine Karikatur eines Jamaikaners sei, sondern eine weiße Person, die sich lediglich als solcher ausgibt – und damit weiße Vorstellungen von "Urbanität" persifliert. Doch diese Argumentation greift laut Kritikern zu kurz. Sie bemängeln, dass die Figur dennoch ein verzerrtes Bild Schwarzer Menschen vermittelt.

Die britische Journalistin Afua Hirsch bringt es in einem Substack-Post auf den Punkt: „Schwarze Personen ziehen sich gar nicht mehr so an. Nicht mal weiße Personen, die Schwarze Personen imitieren wollen, sprechen noch so.“ Für viele ist die Figur schlichtweg "aus der Zeit gefallen" und sollte in den Annalen der Comedy-Geschichte bleiben.

Ein Gerücht, wonach Picturehouse Cinemas den Film aufgrund der NewsCord-Kampagne bereits aus ihrem Programm gestrichen hätte, entpuppte sich jedoch als Missverständnis. Eine Recherche von Variety enthüllte, dass die angebliche Absage lediglich eine Standardantwort sei, die Kinos verschicken, wenn ein Film noch nicht offiziell gebucht wurde – kein expliziter Boykott also.

Zwischen Jubel und Zoff: Prominente Meinungen und Cohens Konter

Trotz der lautstarken Kritik gibt es auch eine beachtliche Vorfreude auf die Rückkehr der Kultfigur. Auf Social Media haben sich bereits prominente Stimmen wie A$AP Rocky und Kevin Durant positiv über den neuen Film geäußert, was die Meinungsverschiedenheiten umso deutlicher macht.

Sacha Baron Cohen selbst scheint die Kontroverse erwartet und in gewohnt sarkastischer Manier darauf reagiert zu haben. Auf X verteidigte er seinen Film mit einem Augenzwinkern:


Ob "Ali G: Who Iz I?" die Gemüter weiter erhitzt oder doch noch als satirische Glanzleistung anerkannt wird, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Rückkehr von Ali G ist alles andere als leise und wird die Diskussion um Humor, Grenzen und kulturelle Sensibilität erneut befeuern. BlackBeats.FM bleibt dran und hält euch auf dem Laufenden, wie sich dieser polarisierende Release entwickelt. Don't be sleeping!

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