Alpa Gun packt aus – Darum unterschrieb er nie bei Aggro Berlin
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Alpa Gun packt aus – Darum unterschrieb er nie bei Aggro Berlin

Wenn man an den kometenhaften Aufstieg des deutschen Hip-Hop Mitte der 2000er-Jahre denkt, führt kein Weg an Aggro Berlin vorbei. An vorderster Front immer mit dabei: Alpa Gun . Als treuer Backup-Rapp...

26. Oktober 2026
3 Min. Lesezeit
Nadja Petrov
VonNews-Redaktion
Auf einen Blick

Alpa Gun verrät im Interview mit Deutschrap Plus, warum er trotz enger Bindung nie bei Aggro Berlin unterschrieb. Er lehnte das Angebot aufgrund mangelnder Wertschätzung und zu geringer Gagen ab. Zudem kritisiert er die damalige Labelspitze als gierig und berichtet von fehlenden Zahlungen.

Wenn man an den kometenhaften Aufstieg des deutschen Hip-Hop Mitte der 2000er-Jahre denkt, führt kein Weg an Aggro Berlin vorbei. An vorderster Front immer mit dabei: Alpa Gun. Als treuer Backup-Rapper von Sido und mit markanten Parts auf dem legendären Sampler „Aggro Ansage Nr. 5“ brannte sich der Berliner fest ins Gedächtnis der Szene ein. Doch obwohl er gefühlt ein festes Mitglied der legendären Rap-Schmiede war, existierte auf dem Papier nie ein offizieller Vertrag zwischen Alpa Gun und Aggro Berlin. Im zweiten Teil seines Interviews mit dem Format Deutschrap Plus spricht der Rapper nun Klartext und erklärt die Hintergründe.

Zu wenig Wertschätzung: Warum der Aggro-Deal scheiterte

Im Interview stellte sich die Frage, die Deutschrap-Fans bis heute beschäftigt: Stand ein offizielles Signing bei Aggro Berlin damals überhaupt jemals zur Debatte? Alpa Gun bestätigt dies ohne Zögern. Die Label-Bosse hätten ihm seinerzeit tatsächlich ein Angebot unterbreitet – allerdings zu Konditionen, die der Rapper als unzureichend empfand. „Auf jeden Fall Aggro Berlin hat mir ein Angebot gemacht, war viel zu wenig und damit war Sido nicht einverstanden, fand ich auch cool“, erinnert sich Alpa Gun an die Verhandlungen zurück.

Dank der Rückendeckung von Sido lehnte er den Deal ab und dockte stattdessen beim Unterlabel Sektenmuzik an. Doch auch dort blieb der große finanzielle Durchbruch hinter den Kulissen aus. Alpa Gun berichtet, dass er zwar einen kleinen Vorschuss von seinem Musikverlag erhalten habe, das Geld aus dem Vertrieb jedoch nie auf seinem Konto landete. Laut seinen Schilderungen soll sich eine beteiligte Person mit einer beträchtlichen Geldsumme aus dem Staub gemacht haben. Wer das war, behält der Rapper für sich: „Davon hatten wir nichts, wir haben nichts gesehen.“

Kein Geld für Sampler-Beiträge und Kritik an den Labelchefs

Die finanzielle Ernüchterung betraf auch Alpa Guns Mitwirken an einem der geschichtsträchtigsten Deutschrap-Sampler überhaupt. Für seine Parts auf „Aggro Ansage Nr. 5“ habe er nach eigener Aussage ebenfalls keine Vergütung erhalten. Ob im Nachhinein Tantiemen über die GEMA geflossen seien, könne er heute nicht einmal mit Sicherheit sagen.

Rückblickend geht Alpa Gun hart mit der damaligen Chefetage von Aggro Berlin ins Gericht. Das Management sei „auch nicht so schlau eigentlich“ gewesen, dafür aber „ein bisschen gierig“. Aus den geschäftlichen Streitigkeiten der Gründungsmitglieder hielt sich der Rapper damals bewusst heraus, um die persönlichen Beziehungen nicht zu gefährden. Heute blickt er nüchtern auf die damalige Dynamik: „Heute hat sich sowieso alles bestätigt, wie jeder ist, jeder denkt nur an sich und ich habe schon richtig gehandelt.“

Loyalität zu Sido und die heutige Distanz

Während die Chefs Kritik einstecken müssen, findet Alpa Gun versöhnliche Worte für seinen früheren Partner Sido. Dieser habe sich abseits des Labels stets korrekt verhalten. Wenn Alpa als Backup-Rapper mit auf Tour war, seien die Gagen immer zuverlässig gezahlt worden – nach Alpa Guns Vermutung zahlte Sido diese sogar aus eigener Tasche.

Dennoch ist das Verhältnis zur alten Garde heute spürbar unterkühlt. Erst Anfang Oktober sorgte Alpa Gun mit seiner Single „Legenden sterben nie“ für Schlagzeilen, auf der er namentlich gegen frühere Weggefährten wie Sido, Fler und auch Samra austeilte. Im Interview stellte er klar, dass diese Persönlichkeiten schlichtweg feste Bestandteile seiner Biografie sind. Der Rückblick auf die Aggro-Berlin-Ära verdeutlicht einmal mehr: Hinter den Kulissen des Berliner Hypes ging es oft weit weniger glamourös zu, als es die Fassade vermuten ließ.

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