Bonez MC & Hells Angels – Zwangspause wegen Nichtzahlung?
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Bonez MC & Hells Angels – Zwangspause wegen Nichtzahlung?

Die deutsche Hip-Hop-Szene ist seit jeher ein Schmelztiegel aus musikalischem Genie, kommerziellem Erfolg und bisweilen auch ungeschminkten Realitäten. Eine aktuelle Enthüllung wirft nun ein Schlaglic...

4. Oktober 2026
4 Min. Lesezeit
Sarah Kaya
VonMusikredakteurin
Auf einen Blick

Neue Enthüllungen von Spiegel TV belasten Bonez MC: Laut Ex-Hells-Angel Kassra Zargaran soll der 187-Rapper wegen verweigerter Schutzgeld-Anpassungen ein Hamburg-Verbot erhalten haben. Sein Umzug nach Berlin sei demnach keine künstlerische Wahl, sondern eine Flucht gewesen.

Die deutsche Hip-Hop-Szene ist seit jeher ein Schmelztiegel aus musikalischem Genie, kommerziellem Erfolg und bisweilen auch ungeschminkten Realitäten. Eine aktuelle Enthüllung wirft nun ein Schlaglicht auf die potenziellen Schattenseiten des Durchbruchs: Stand Bonez MC von der 187 Strassenbande wirklich unter einem Hamburg-Verbot seitens der Hells Angels, weil er Zahlungsvereinbarungen nicht an den immensen Erfolg anpassen wollte?

Diese brisanten Details kommen aus der zweiten Folge der SPIEGEL-TV-Reihe „Im Verhör: Gangsterrap und Großfamilien“, die eigentlich die Ermittlungsakte um Capital Bra beleuchten sollte. Doch gegen Ende der Sendung verschob sich der Fokus auf die Hamburger Crew und heizte eine bereits seit längerem schwelende Debatte neu an. BlackBeats.FM hat die Fakten für euch aufbereitet.

Der Kern der Anschuldigungen: Geld, Macht und territoriale Claims

Ausgangspunkt der Diskussion war ein älteres Zitat von Bonez MC selbst: „In Hamburg gibt es kein Schutzgeld. Unsere Gruppe ist so groß, dass wir in allen Bezirken Menschen hinter uns haben und somit keine natürlichen Feinde, außer die Polizei." Eine selbstbewusste Aussage, die Ex-Hells-Angel Kassra Zargaran, bekannt aus dem ersten Teil der Doku über Flers Berlinverbot, nun kräftig dementiert. Zargaran schildert eine ganz andere Version der Geschehnisse.

Laut Zargaran, der nach eigenen Angaben noch immer gute Kontakte zu seinem ehemaligen Charter pflegt, sei die 187 Strassenbande anfangs gemeinsam mit den Rockern ihren Weg gegangen und sehr erfolgreich gewesen. Der große kommerzielle Durchbruch der Hamburger Jungs soll jedoch zu Verwerfungen geführt haben. Demnach ging es um eine simple Sache: die Anpassung von Zahlungsvereinbarungen an die massiv gestiegenen Einnahmen der Rap-Crew. Bonez MC soll sich dieser Anpassung laut Zargaran verweigert haben.

Die Konsequenz? Ein angebliches Hamburg-Verbot. Das Charter North End aus Norderstedt habe die Hamburger Brüder informiert, dass die 187 Strassenbande sich in der Hansestadt nicht mehr blicken lassen dürfe. Bonez MC zog daraufhin angeblich nach Berlin. Offiziell wurde dies als "künstlerische Neuorientierung" verkauft, doch Zargaran behauptet unmissverständlich: „Er darf sich in Hamburg nicht mehr auf der Straße sehen lassen."

Missverständnis mit Folgen: Schläge in St. Georg

Die Situation eskalierte offenbar durch ein folgenschweres Missverständnis. Laut Zargaran galt das Verbot ursprünglich nur für Bonez MC persönlich, doch das Hamburger Charter interpretierte es fälschlicherweise auf die gesamte Crew bezogen. Dies führte zu einer physischen Auseinandersetzung in St. Georg. Ein anderer bekannter, namentlich nicht genannter Künstler der 187 Strassenbande, wurde von einem ehemaligen Rocker-Bruder attackiert und „zusammengeschlagen“. Erst nach der Flucht des Künstlers sei klargestellt worden, dass sich das Verbot ausschließlich auf Bonez MC bezog.

Inzwischen habe sich die Lage aber wieder beruhigt, so Zargaran. Bonez MC könne sich wieder in der Szene zeigen: „Die machen Fotos zusammen, alles wieder gut.“ Dennoch soll das Verhältnis einen kleinen Knacks davongetragen haben. Für den Ex-Rocker Zargaran zieht sich dieses Muster – Berlinverbot für Fler, Hamburg-Verbot für Bonez und Verhandlungen über Capital Bras Kopf hinweg – wie ein roter Faden durch den Gangsterrap.

Die andere Seite der Medaille: Dementis und offene Fragen

Es ist wichtig zu betonen, dass die 187 Strassenbande von SPIEGEL TV zu den Schilderungen angefragt wurde, eine Antwort blieb jedoch aus. Die Vorwürfe sind auch nicht gänzlich neu: Bereits im September 2021 behauptete Fler, Bonez MC habe ein Hamburg-Verbot. Damals reagierte der 187-Fotograf mit einem "Facepalm" und Bonez MC selbst tat die Geschichte im Februar 2022 als Erfindung ab: „Er erfindet Geschichten um im Gespräch zu bleiben, weil keiner mehr seine Musik hört."

Diese Dementis stehen im krassen Gegensatz zu Zagarans Aussagen und werfen die Frage auf, wie viel Wahrheit in den Anschuldigungen steckt und welche Motive hinter den verschiedenen Darstellungen stehen. Für die Fans und Beobachter der Szene bleibt es spannend, welche weiteren Details in dieser komplexen Verflechtung von Rap, Rocker-Milieu und kommerziellem Erfolg noch ans Licht kommen werden. BlackBeats.FM bleibt dran!

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