Dahabflex schlägt zurück – Klare Ansage nach Kritik an Linken-Auftritt
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Dahabflex schlägt zurück – Klare Ansage nach Kritik an Linken-Auftritt

Nach wochenlangen Debatten und polizeilichen Ermittlungen bezieht Rapper Dahabflex nun ausführlich Stellung. Sein Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Bezirksgruppe der Partei Die ...

23. Oktober 2026
3 Min. Lesezeit
Kevin Vollmer
VonRedakteur Deutschrap
Auf einen Blick

Nach polizeilichen Ermittlungen wegen seines Auftritts bei den Linken verteidigt Rapper Dahabflex seine Texte im Jacobin-Interview. Er weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück, definiert den Begriff Intifada als zivilen Widerstand und wirft der CDU politische Doppelmoral vor.

Nach wochenlangen Debatten und polizeilichen Ermittlungen bezieht Rapper Dahabflex nun ausführlich Stellung. Sein Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Bezirksgruppe der Partei Die Linke Ende August hatte eine Welle der Kritik ausgelöst. Im Fokus der Anschuldigungen: Lines aus seinem Track "Stop the Genocide". In einem neuen Interview mit dem Jacobin Magazin bricht der Künstler sein Schweigen, ordnet seine Textpassagen ein und teilt gegen die politische Konkurrenz aus.

Solidarität ohne Parteibuch: Wie der Auftritt in Neukölln zustande kam

Die Frage, wie es überhaupt zu dieser Kollaboration im Straßenwahlkampf kam, beantwortet Dahabflex mit einer klaren Verbindung zur Kunstszene. Er sei vom bekannten Theaterregisseur Volker Lösch eingeladen worden, der das Event unter dem Motto "Wütend auf den Kapitalismus!" gemeinsam mit den Neuköllner Linken organisiert hatte. Dahabflex stellte klar, dass er selbst kein Mitglied der Partei sei.

Dennoch steht er hinter seiner Entscheidung, auf der Bühne performt zu haben. Bei aller grundsätzlichen Kritik an den parlamentarischen Strukturen betonte der Musiker, dass es eine linke politische Kraft brauche, die sich im Parlament hinter soziale Bewegungen stellt. Genau diesen Ansatz habe er mit seinem Gig supporten wollen.

"Intifada" und Antisemitismus-Vorwürfe: Dahabflex erklärt seine Lyrics

Für den eigentlichen Eklat sorgte die Textzeile "Yallah, yallah, Intifada, Westbank, Palästina, Gaza", die neben medialer Kritik auch eine Untersuchung der Berliner Polizei nach sich zog. Im Interview räumt Dahabflex ein, dass er die Besorgnis in jüdischen Communities in Teilen nachvollziehen könne. Die Ursache sieht er jedoch in einer permanenten Gleichsetzung des Staates Israel mit jüdischen Menschen im öffentlichen Diskurs.

Er selbst weise diesen Zusammenhang strikt von sich: "Warum soll ich irgendeinen Juden dafür kritisieren, was ein imperialistischer Staat macht?" Zudem plädiert der Rapper für ein differenzierteres Verständnis des arabischen Wortes "Intifada". Historisch meist mit zwei konkreten palästinensischen Aufständen verbunden, übersetze er den Begriff wörtlich als *Aufstand* oder *Widerstand*. Dies müsse laut Dahabflex keineswegs gewaltsam ablaufen – auch Streiks oder das Machen von Musik zählten dazu. Als weiteres Beispiel für eine solche Bewegung nannte er den kurdischen Widerstand gegen türkische Besatzungsmächte.

Doppelmoral-Kritik an Berliner CDU-Generalsekretär

Hinter den Antisemitismus-Vorwürfen vermutet Dahabflex vor allem ein Manöver für den politischen Wahlkampf. Dabei rechnet er direkt mit seinen Kritikern ab – allen voran mit dem Berliner CDU-Generalsekretär Lukas Krieger, der den Rapper zuvor via Instagram ins Visier genommen hatte.

Dahabflex verweist auf Kriegers eigene Vergangenheit. Dieser war nach dem Bekanntwerden eines Videos aus dem Jahr 2005, in dem er und weitere Mitglieder der Schüler Union nationalsozialistische Parolen skandierten und Hakenkreuze zeigten, zwischenzeitlich aus der Partei ausgetreten und mit einem Ämterverbot belegt worden. Dass die CDU ausgerechnet eine solche Personalie vorschicke, um ihm wegen einer Textzeile Judenhass vorzuwerfen, hält der Rapper für reine Heuchelei. Die Diskussion um seine Zeilen und die Grenzen von Hip-Hop-Texten im politischen Raum dürfte damit in eine neue Runde gehen.

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