Disarstar-Eklat: Polit-Zoff spaltet Karlsruhe!
Disarstar-Eklat in Karlsruhe: Hip-Hop, Politik und die Grenzen der Kunstfreiheit Karlsruhe brodelt! Ein Auftritt von Rapper Disarstar beim beliebten Festival "Das Fest" hat eine hitzige Debatte entfac...

Rapper Disarstar sorgt mit scharfer CDU-Kritik beim Festival Das Fest in Karlsruhe für ein politisches Beben. Während die CDU Vorwürfe der Zensur zurückweist und dem Künstler Diffamierung vorwirft, spricht Die Linke von einem rechten Kulturkampf gegen die Kunstfreiheit.
Disarstar-Eklat in Karlsruhe: Hip-Hop, Politik und die Grenzen der Kunstfreiheit
Karlsruhe brodelt! Ein Auftritt von Rapper Disarstar beim beliebten Festival "Das Fest" hat eine hitzige Debatte entfacht, die weit über die Bühnenbretter hinausgeht und die lokale Politik spaltet. Der Hamburger Lyriker, bekannt für seine sozialkritischen Texte, steht im Zentrum eines Polit-Zoffs, der die Black Music Szene aufhorchen lässt.
Was war passiert? Bei seiner Performance am 27. Juli 2026 auf der Hauptbühne von "Das Fest" in Karlsruhe, ließ Disarstar kein gutes Haar an der CDU. Er warf der Partei nicht nur vor, für den "größten Sozialstaat-Abbau" der letzten Jahrzehnte verantwortlich zu sein, sondern behauptete auch, sie hätte versucht, seinen Auftritt zu verhindern. Unter anderem kündigte er seinen Anti-Aufrüstungs-Song "Meine Söhne geb' ich nicht" explizit als Message "gegen die aktuelle CDU-Politik" an. Diese Anschuldigungen schlugen hohe Wellen und forderten umgehend Reaktionen von Festival-Veranstaltern und der CDU Karlsruhe.
Die CDU wehrt sich: "Diffamiert und diskreditiert"
Sowohl Martin Wacker, der Cheforganisator von "Das Fest", als auch die CDU Karlsruhe dementieren vehement, Disarstars Auftritt verhindern zu wollen. Wacker äußerte sich überrascht über die Vorwürfe des Rappers: "Wir wissen nicht, woher der Künstler diese Aussage hat." Auch die CDU Karlsruhe bestätigt lediglich, dass man zwei Monate vor dem Festival einen offenen Brief an die Veranstalter geschickt hatte, in dem man eine Begründung für die Einladung Disarstars forderte – jedoch "explizit keine Ausladung oder Absage".
Der Karlsruher CDU-Kreisvorsitzende Tobias Bunk-Merkel sieht Disarstars Auftritt "sehr, sehr kritisch". Er wirft dem "Roter Oktober"-Rapper vor, "Marxismus, Polizei-Hass, Ablehnung des staatlichen Systems, Pro-Palästina und Antisemitismus" zu verbinden. Die Vorwürfe Disarstars gingen laut Bunk-Merkel "weit über die Kritik hinaus": "Wir wurden diffamiert und diskreditiert. Wir wurden für etwas kritisiert, das wir nicht getan haben – nämlich dass wir die Ausladung des Künstlers gefordert und damit in die Kunstfreiheit eingegriffen hätten." Man wünsche sich für die Zukunft lediglich, dass "kritischer beobachtet wird, wer auf die Bühne kommt" und stattdessen "Gegenimpulse" wie Disclaimern oder Einordnungen im Programmheft gesetzt werden.
Die Linke: "Kulturkampf von rechts und Repression"
Die Linke Karlsruhe reagierte prompt und verurteilte die Haltung der CDU scharf. In einer Pressemitteilung werfen sie der konservativen Partei "Kulturkampf von rechts und Repression" vor. Linken-Sprecherin Michelle Allion sieht in der Begründungsaufforderung der CDU bereits eine "Drohung" an das öffentlich finanzierte Festival und fordert "klaren Widerstand aus der Öffentlichkeit". Kreissprecher Johannes Schmidt bekräftigt, dass Künstler und Veranstalter ohne politischen Druck agieren können müssen, da alles andere "wirklich undemokratisch" sei.
Bislang hat sich Disarstar selbst zu der kontroversen Nachlese seines Auftritts nicht geäußert. Die Diskussion um Kunstfreiheit, politische Meinungsäußerung und die Rolle von Festivals im gesellschaftlichen Diskurs wird in Karlsruhe – und darüber hinaus in der Hiphop-Community – wohl noch eine Weile nachhallen.

