Dreister Love-Scam – Betrüger zocken als Fake-Sido 20.000 Euro ab
Die Maschen von Cyberkriminellen werden immer perfider – und machen selbst vor den bekanntesten Gesichtern der Deutschrap-Szene nicht halt. Rap-Legende Sido ist unfreiwillig zum Aushängeschild eines s...

Betrüger haben eine 38-jährige Dresdnerin mit einem Fake-Profil von Rapper Sido um rund 20.000 Euro gebracht. Unter dem Vorwand eines gemeinsamen Hauskaufs erschlichen sich die Täter das Vertrauen des Opfers, bevor die Bank weitere Zahlungen stoppte und den Love-Scam aufdeckte.
Die Maschen von Cyberkriminellen werden immer perfider – und machen selbst vor den bekanntesten Gesichtern der Deutschrap-Szene nicht halt. Rap-Legende Sido ist unfreiwillig zum Aushängeschild eines schweren Falls von digitalem Liebesbetrug geworden. Wie die Dresdner Polizei bekannt gab, nutzten unbekannte Täter den Namen und die Bekanntheit des Berliner Künstlers, um eine 38-jährige Frau aus Dresden um ihr Erspartes zu bringen. Der Schaden geht tief in den fünfstelligen Bereich.
Romantische Versprechen und gefälschte Immobilienpläne
Über Monate hinweg wähnte sich das Opfer in einer exklusiven Online-Beziehung mit dem Musiker. Die Betrüger hatten über soziale Netzwerke Kontakt zu der Dresdnerin aufgenommen und sich gezielt als Sido ausgegeben. Mit viel emotionalem Druck und ausgeklügelten Geschichten bauten sie ein tiefes Vertrauensverhältnis auf, stellten eine gemeinsame Zukunft in Aussicht und schmiedeten sogar angebliche Pläne für einen gemeinsamen Hauskauf.
Unter dem Deckmantel dieser Immobilieninvestition forderten die Täter schließlich Geld. Die Frau überwies insgesamt rund 43.000 Euro auf mehrere externe Konten. Dass der finanzielle Verlust nicht noch dramatischer ausfiel, ist ihrer Bank zu verdanken: Als ein Kreditinstitut eine verdächtige Transaktion stoppte und die Frau nachhakte, platzte die Illusion. Trotz des Eingreifens gelang es den Betrügern, rund 20.000 Euro unwiderruflich zu erbeuten. Die Kriminalpolizei untersucht nun den Computer der Geschädigten, um über digitale Spuren und IP-Adressen an die Täter zu gelangen. Der Rapper selbst hat sich zu dem Vorfall bislang noch nicht geäußert.
Love Scamming: Ein wachsendes Problem im Netz
Der aktuelle Fall ist Teil eines alarmierenden Trends, der im Netz unter dem Begriff Love Scamming oder Romance Scamming bekannt ist. Kriminelle legen professionell wirkende Fake-Profile an, um emotionale Abhängigkeiten zu erzeugen und letztlich Kasse zu machen. Besonders der Einsatz gefälschter Promi-Identitäten boomt, befeuert durch moderne Technologien wie künstliche Intelligenz, die personalisierte Fälschungen von Bildern und Nachrichten im Sekundentakt ermöglicht.
Deutschland gilt dabei traurigerweise als ein zentraler Brennpunkt. Laut einer Auswertung des Global Financial Crime Report für das Jahr 2025 belief sich der gemeldete Schaden durch Betrugsmaschen dieser Art hierzulande auf rund 380 Millionen Euro – das entspricht etwa 86 Prozent der gesamten registrierten Schadenssumme in der Europäischen Union. Da die Opfer das Geld im guten Glauben selbst transferieren, greifen klassische Sicherungssysteme der Geldhäuser häufig erst spät.
Kein Einzelfall: Von 50 Cent bis Brad Pitt
Die Dresdnerin ist keineswegs das einzige Opfer, das auf Kriminelle mit Promi-Tarnung hereingefallen ist. Anfang 2026 sorgte ein Fall aus Nordrhein-Westfalen für Schlagzeilen, bei dem eine Frau über drei Jahre hinweg glaubte, mit Pop-Sänger Nico Santos liiert zu sein, und dabei Prepaid-Guthaben im Wert von mehr als 10.000 Euro an Unbekannte verschenkte. International erregte der Fall einer Französin Aufsehen, die 830.000 Euro an einen Fake-Brad Pitt verlor.
Auch die Hip-Hop-Welt blieb in der Vergangenheit nicht verschont: Vor rund zwei Jahren ging ein Fan aus Erfurt Betrügern auf den Leim, die sich als US-Superstar 50 Cent ausgaben und für angebliche exklusive Meet-and-Greets abkassierten. Für Fans von Black Music und Deutschrap gilt daher mehr denn je: Seid extrem wachsam auf Social Media. Seriöse Stars fordern niemals via Privatnachricht Geld für Treffen oder gemeinsame Zukunftsversprechen.

