Eklat um Alter Ego-Festival – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Macher
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Eklat um Alter Ego-Festival – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Macher

Das österreichische Alter Ego-Festival sollte im Sommer für fette Beats und Abrissstimmung in Wels sorgen. Stattdessen endete das Event in einem absoluten Desaster für Fans, Künstler und Geldgeber. Na...

28. Oktober 2026
3 Min. Lesezeit
Nadja Petrov
VonNews-Redaktion
Auf einen Blick

Nach der Insolvenz des Alter Ego-Festivals ermittelt die Staatsanwaltschaft Wels wegen des Verdachts auf schweren Betrug gegen die Veranstalter. Im Raum stehen Vorwürfe über frisierte Gagen, private Ausgaben auf Firmenkosten und ein Schuldenberg von rund 750.000 Euro.

Das österreichische Alter Ego-Festival sollte im Sommer für fette Beats und Abrissstimmung in Wels sorgen. Stattdessen endete das Event in einem absoluten Desaster für Fans, Künstler und Geldgeber. Nachdem das ursprünglich für den 07. und 08. August angesetzte Hip-Hop-Open-Air zunächst verschoben, schließlich komplett abgesagt und die Betreibergesellschaft AEF GmbH in die Insolvenz geschickt wurde, erreicht das Fiasko nun eine neue Stufe: Die Staatsanwaltschaft Wels hat offizielle Ermittlungen aufgenommen.

Schwerer Betrug? Staatsanwaltschaft nimmt Festival-Macher ins Visier

Wie ein Bericht von MeinBezirk enthüllt, ermittelt die Justiz gegen die Verantwortlichen wegen des Verdachts auf schweren Betrug. Im Zentrum der Vorwürfe steht der Verdacht, dass bei den tatsächlichen Kosten des Festivals bewusst falsche Zahlen kommuniziert worden sein sollen. Wichtige Details dazu lieferte der ehemalige Investorenvermittler der Gesellschaft, Sebastian Lechleitner.

Laut Lechleitner klaffte vor allem bei den Gagen für die gebuchten Deutschrap-Schwergewichte eine gewaltige Lücke zwischen Schein und Sein. Während Investoren gegenüber angegeben worden sei, dass die Gagen für Acts wie reezy, Luciano und Yc insgesamt 260.000 Euro betragen würden, beliefen sich die tatsächlichen Summen laut Unterlagen auf über 340.000 Euro. Eine verhängnisvolle Fehlkalkulation: Statt der anvisierten 4.000 bis 4.500 Tickets hätten mindestens rund 8.500 Karten verkauft werden müssen, um überhaupt die Kosten zu decken. Zudem wirft Lechleitner den Machern vor, das Firmenkonto für private Ausgaben zweckentfremdet und anschließend versucht zu haben, diese Beträge im Nachhinein als Betriebsausgaben zu deklarieren. Lechleitner zog daraufhin bereits Ende April 2026 die Reißleine und legte seine Funktion nieder.

Behörden sprechen von planerischem Chaos

Auch von offizieller städtischer Seite gibt es vernichtende Kritik am Alter Ego-Festival. Wels’ Bürgermeister Andreas Rabl sprach von einer Planung, die schlicht „chaotisch ohne Ende“ gewesen sei. Genehmigungsanträge hätten gefehlt, wodurch die gesamte Veranstaltung schon im Vorfeld auf der Kippe stand.

Hinzu kamen offenbar massive Falschinformationen bezüglich der Besucherzahlen. Die Veranstalter sprachen gegenüber der Stadt von 7.000 fest zugesagten Gästen, obwohl zu diesem Zeitpunkt lediglich rund 4.000 Tickets über die Ladentheke gegangen waren. Peter Jungreithmair vom Welser Stadtmarketing fasste das ernüchternde Fazit zusammen: Es sei bitter gewesen mitanzusehen, wie das Festival scheiterte, weil schlicht nicht die Wahrheit gesagt worden sei.

750.000 Euro Schulden: Bangen um Ticket-Rückerstattungen

Der finanzielle Scherbenhaufen ist gewaltig. Der eingesetzte Insolvenzverwalter Heinrich Oppitz beziffert die aufgelaufenen Schulden der AEF GmbH auf rund 750.000 Euro. Die Aufarbeitung gestaltet sich jedoch als extrem kompliziert, da die Unterlagen kaum verwertbar seien. Eine reguläre Buchhaltung existiere schlichtweg nicht, essenzielle Belege fehlen vollständig.

Für Investoren sowie rund 2.400 Ticketkäufer bedeutet das Ungewissheit: Ob und in welcher Höhe sie ihr Geld jemals wiedersehen, steht aktuell in den Sternen. Die Beschuldigten selbst weisen derweil jede Schuld von sich. Über ihren rechtlichen Beistand ließen sie verlauten, dass man sämtliche Vorwürfe bestreite und das Ganze als gezielte „Schmutzkübel-Kampagne“ betrachte.

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