Illegale Song-Leaks – Eminems Ex-Mitarbeiter vor Gericht verurteilt
Es ist der Albtraum eines jeden Musikschaffenden: Exklusives, unveröffentlichtes Material landet unkontrolliert im Netz. Wenn der Vertrauensbruch dann auch noch aus dem engsten Kreis der Studio-Crew s...

Eminems ehemaliger Toningenieur Joseph Strange hat sich vor Gericht schuldig bekannt, über 300 unveröffentlichte Songs des Rappers gestohlen und verkauft zu haben. Der entstandene Schaden wird auf 750.000 US-Dollar geschätzt. Dem Ex-Mitarbeiter drohen nun bis zu fünf Jahre Haft.
Es ist der Albtraum eines jeden Musikschaffenden: Exklusives, unveröffentlichtes Material landet unkontrolliert im Netz. Wenn der Vertrauensbruch dann auch noch aus dem engsten Kreis der Studio-Crew stammt, wiegt der Schaden doppelt schwer. Rap-Ikone Eminem wurde über Jahre hinweg Opfer eines massiven Diebstahls aus den eigenen Reihen. Nun steht der Verantwortliche vor den US-Behörden und hat sich offiziell schuldig bekannt.
Vertrauensmissbrauch im Studio: 300 Songs aus Eminems Tresor entwendet
Im Zentrum der juristischen Aufarbeitung steht der Audio Engineer Joseph Strange. Zwischen 2007 und 2021 arbeitete Strange fest in den heiligen Hallen von Eminems Tonstudio und genoss dort vollen Zugang zu unveröffentlichten Projekten des Rap Gods. Diesen privilegierten Zugang nutzte der Tontechniker jedoch für kriminelle Zwecke: Er entwendete schätzungsweise 300 unveröffentlichte Tracks sowie wertvolle, handgeschriebene Notizzettel mit Songtexten.
Die Staatsanwaltschaft fand deutliche Worte für das Vorgehen des Toningenieurs. Strange habe seine Vertrauensstellung schamlos missbraucht, um sich an Werken zu bereichern, deren Release niemals von Eminem oder dessen Label autorisiert worden war. Der Gesamtwert des gestohlenen Materials wird von offizieller Seite auf rund 750.000 US-Dollar beziffert.
Ermittlungen des FBI: Illegale Millionenklicks und der Ja-Rule-Disstrack
Auf der Jagd nach den Leaks schaltete sich schließlich auch das FBI ein. Die Bundesbehörde konnte die Käufer im Netz ausfindig machen, an die Strange die gestohlene Musik veräußerte. Einer der Abnehmer räumte während der Ermittlungen ein, satte 50.000 US-Dollar für das exklusive Material auf den Tisch gelegt zu haben.
Einige der entwendeten Aufnahmen gelangten über Umwege sogar auf Streaming-Dienste wie Spotify. Insgesamt wurden die unautorisierten Songs rund acht Millionen Mal gestreamt und heruntergeladen. Für Aufsehen in der Hip-Hop-Community sorgte insbesondere ein Track namens „Smack You“ – ein nie offiziell veröffentlichter Diss-Song aus den 2000er-Jahren, in dem sich Eminem schonungslos seine damaligen Erzrivalen Ja Rule und Suge Knight vorknöpfte.
Schuldbekenntnis vor Gericht: Strafmaß wird 2027 verkündet
Um einer noch härteren Strafe zu entgehen, hat Joseph Strange nun einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt und sich vor Gericht schuldig bekannt. Im Rahmen dieser Vereinbarung droht dem ehemaligen Studio-Mitarbeiter dennoch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren Haft.
Sein Verteidiger betonte in einer Stellungnahme, dass die Hintergründe deutlich komplexer seien, als es das Schuldeingeständnis auf den ersten Blick wirken lasse. Gleichzeitig erklärte er, sein Mandant wolle die volle Verantwortung für seine Verfehlungen übernehmen und hoffe auf ein mildes Urteil. Eminems Umfeld hielt sich derweil bedeckt: Eine Anfrage des Branchenmagazins Variety ließ das Team des Rappers unbeantwortet. Wie viele Jahre der Ex-Mitarbeiter letztlich hinter Gittern verbringen muss, entscheidet sich am 27. Januar 2027, wenn das Gericht das endgültige Strafmaß verkündet.

