Krasses Feature – Nate57 mit dem Drogenboss, der Diddy verprügelte
Die Rap-Welt ist für ihre überraschenden Verflechtungen bekannt, doch manche Geschichten klingen selbst für eingefleischte Heads völlig surreal. Ausgerechnet der Hamburger Straßenrap-Pionier Nate57 so...

Nate57 enthüllt eine kuriose Verbindung zum Drogenboss Christopher Coke, der Sean „Diddy“ Combs im Gefängnis attackiert haben soll. Der Hamburger Rapper nahm vor Jahren auf Jamaika den Song „Respect“ mit Coke auf, der damals als Dancehall-Artist Alozade aktiv war.
Die Rap-Welt ist für ihre überraschenden Verflechtungen bekannt, doch manche Geschichten klingen selbst für eingefleischte Heads völlig surreal. Ausgerechnet der Hamburger Straßenrap-Pionier Nate57 sorgt aktuell mit einer Anekdote für Staunen, die eine direkte Brücke von St. Pauli über Kingston bis hin zum New Yorker Gefängnisskandal um Sean „Diddy“ Combs schlägt. Wie der Rapper kürzlich öffentlich machte, existiert in den Archiven ein gemeinsamer Track mit dem Mann, der vor Kurzem weltweit Schlagzeilen machte, weil er Diddy hinter Gittern attackiert haben soll.
Der Vorfall im Knast: Wer ist Christopher Coke alias Alozade?
In den vergangenen Tagen dominierten Berichte über einen gewaltsamen Zwischenfall im Gefängnis die US-Medien: Musikmogul Sean „Diddy“ Combs wurde Berichten zufolge bei einer Schlägerei verletzt. Die Konsequenz: Diddy musste mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus transportiert und anschließend in eine andere Hafteinrichtung verlegt werden. Als Verantwortlicher für den Übergriff wurde Christopher Coke identifiziert – eine berüchtigte Persönlichkeit, die vielen heute primär als jamaikanischer Drogenboss ein Begriff ist.
Was viele jedoch nicht wissen: Vor seiner kriminellen Laufbahn und der weltweiten Fahndung war derselbe Mann unter dem Künstlernamen Alozade als Dancehall-Künstler aktiv. Als Nate57 nun aktuelle Medienberichte und Videoaufnahmen von Coke sah, kam ihm das Gesicht verdächtig vertraut vor. Nach kurzer Recherche war die Verblüffung groß: Es handelte sich exakt um jenen Musiker, mit dem der St.-Pauli-Rapper vor etlichen Jahren auf Jamaika persönlich im Studio gestanden hatte.
Studio-Vibe auf Jamaika: Die Entstehung des Songs „Respect“
Nate57, der ohnehin für sein tiefes Hip-Hop-Verständnis bekannt ist – kürzlich erst wurde thematisiert, dass bereits sein Vater als Rapper aktiv war –, erinnerte sich an die intensive Session in der Karibik zurück. Gemeinsam mit seinem Weggefährten Telly hatte er damals die Möglichkeit genutzt, direkt vor Ort Musik zu kreieren. Auf Jamaika herrsche schließlich ein enormer kreativer Output, bei dem spontane Zusammenarbeiten an der Tagesordnung seien.
„Funfact: Telly und ich hatten mal einen Song angefangen zu machen mit Alozade. Der Song hieß ‚Respect‘“, erklärte Nate57 seinen Followern. Die Zusammenarbeit war dabei keine bloße Online-Kollaboration über Distanz: Alozade nahm seinen eigenen Part direkt bei ihnen auf und bat die beiden deutschen Rapper anschließend sogar gemeinsam für die Hookline in die Gesangskabine. Eine Konstellation, die im Rückblick umso spektakulärer wirkt.
Verlorene Daten: Taucht das „Monster“-Feature jemals wieder auf?
Die schlechte Nachricht für alle Fans von unveröffentlichtem Rap-Material: Das fertige Werk schlummert derzeit nirgendwo abspielbereit. Als Nate57 vor einigen Jahren seine alten Festplatten und Computer durchforstete, um den Track „Respect“ wiederzufinden, erlebte er eine herbe Enttäuschung. Der entsprechende Projekt-Ordner war leer, die Audiospuren schienen wie vom Erdboden verschluckt.
Für den Hamburger Rapper ist der Verlust extrem schade, denn die Nummer hatte seiner Meinung nach enormes Potenzial. Nate57 betonte, das Resultat wäre zweifellos ein echtes „Monster“ geworden – nicht zuletzt, weil schon der Beat absolut herausragend gewesen sei. Ganz aufgegeben hat er die Hoffnung jedoch nicht: Vielleicht tauchen die verloren geglaubten Audio-Dateien eines Tages doch noch auf einer alten Festplatte auf. Bis dahin bleibt der Track eine der faszinierendsten Anekdoten der jüngeren Deutschrap-Geschichte.

