Marteria, Nura & Co. – Starke Botschaft für Alphaville am Festival!
Von der BlackBeats.FM Redaktion – Mo., 07.09.2026 Das vergangene Wochenende auf dem Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring hat die deutsche Musiklandschaft in Atem gehalten. Was als "Good Vibes Only...

Nach der Ausladung von Alphaville wegen deren Positionierung gegen Rechts setzen Marteria, Nura und Ski Aggu beim Glücksgefühle-Festival ein starkes Zeichen für Haltung und Demokratie. Die Hip-Hop-Acts kritisierten die Veranstalter scharf und bekundeten offen ihre Solidarität.
Von der BlackBeats.FM Redaktion – Mo., 07.09.2026
Das vergangene Wochenende auf dem Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring hat die deutsche Musiklandschaft in Atem gehalten. Was als "Good Vibes Only"-Event geplant war, entpuppte sich schnell als Bühne für eine wichtige gesellschaftliche Debatte. Im Zentrum: die umstrittene Ausladung der Synth-Pop-Ikonen Alphaville und die darauf folgende, vehemente Reaktion der versammelten Künstler, allen voran der Hip-Hop-Szene. Marteria, Nura und Ski Aggu haben dabei nicht nur performt, sondern auch ein unmissverständliches Statement gesetzt.
Der Zündfunke: Alphaville und die "unpolitische" Bühne
Die Kontroverse begann mit der Entscheidung der Festival-Organisatoren, Alphaville, bekannt für Hits wie "Forever Young", auszuladen. Der Grund? Die Band hatte sich bei früheren Auftritten mehrfach explizit gegen Rechtsextremismus positioniert. Mitorganisator Markus Krampe (ehem. Manager von Michael Wendler) betonte, das Festival sei "kein Ort für politische Äußerungen". Eine Aussage, die bei vielen Artists auf Unverständnis stieß und eine Welle der Solidarität auslöste – besonders aus dem Hip-Hop-Lager, wo politische und gesellschaftliche Statements seit jeher zum guten Ton gehören.
Hip-Hop zeigt Kante: Marteria, Ski Aggu & Nura liefern ab
Die Antwort der Black Music Acts ließ nicht lange auf sich warten und war so klar wie eindringlich:
Marteria: "Glücksgefühle entstehen nur, wenn du eine Haltung hast"
Am Freitagabend nutzte Marteria die Mainstage, um seine klare Meinung zu äußern. Der "OMG"-Rapper sprach unumwunden aus, was viele dachten: "Glücksgefühle entstehen nur, wenn du eine Haltung hast." Er betonte seine "Solidarität mit Alphaville" und stellte klar, dass er "für die Kunst, für die Freiheit, für Toleranz" und "für demokratische Werte" stehe. Ein Appell, der das Publikum begeisterte und die Stimmung für die folgenden Tage prägte. Marteria bewies einmal mehr, dass er nicht nur ein begnadeter Performer, sondern auch ein Künstler mit Rückgrat ist.
Ski Aggu: Für Demokratie und Meinungsfreiheit
Auch der Berliner Shootingstar Ski Aggu schloss sich der Kritik an. Für ihn sei es "absolut selbstverständlich", als Künstler Haltung zu zeigen und für "Werte einzutreten, wie Demokratie, Meinungsfreiheit und Freiheit." Mit seiner direkten Art traf er den Nerv seiner Fans und unterstrich die Bedeutung der Künstlerrolle als Sprachrohr für wichtige gesellschaftliche Themen.
Nura: "F*ck die AfD und f*ck jeden, der damit zu tun hat."
Die Rapperin und Schauspielerin Nura setzte ein besonders kraftvolles Zeichen. Sie stimmte gemeinsam mit ihrem Publikum den Refrain von Alphavilles "Forever Young" an – eine Geste voller Symbolik. Nura machte deutlich, dass ein unpolitischer Auftritt von ihr nicht zu erwarten sei, wenn sie gebucht werde. Ihre scharfe Kritik richtete sich auch gegen die Tatsache, dass Künstler wie Andreas Gabalier, dem immer wieder eine Nähe zum Rechtspopulismus vorgeworfen wird, auf derselben Bühne auftreten dürfen. Ihre Worte waren unmissverständlich und fanden im Publikum enormen Zuspruch:
"Ich bin schwarz, falls jemand irgendwie das vorher gecheckt hat. Als ob ich nichts sagen würde. Wollt ihr mich verarschen oder was? Andreas Gabalier darf hier auftreten, aber Alphaville nicht? [...] F*ck die AfD und f*ck jeden, der damit zu tun hat."
Dieser Moment ging viral: Ein Ausschnitt ihres Auftritts sammelte auf Instagram über 100.000 Likes und zeigte, wie sehr ihre Message bei den Menschen ankam. Nura lieferte nicht nur Entertainment, sondern auch eine wichtige Lektion in Haltung und Identität.
Eine Welle der Solidarität und die Folgen
Neben den Rap-Größen solidarisierten sich auch andere Künstler wie Felix Jaehn, die No Angels und Mark Forster mit Alphaville und kritisierten die Festival-Entscheidung. Das Glücksgefühle-Festival, das seit 2023 von Ex-Fußballprofi Lukas Podolski und Markus Krampe organisiert wird und als größtes Musikfestival Deutschlands gilt, stand damit im Fokus einer weitreichenden Debatte.
Markus Krampe entschuldigte sich später öffentlich, nannte die Ausladung "superdämlich" und lud Alphaville erneut ein. Die Band lehnte jedoch ab, plant aber, ihre ursprüngliche Gage zu spenden. Sänger Marian Gold äußerte im Spiegel-Interview: "Was die Festivalmacher durchsetzen wollten, ist Beschneidung." Er betonte, dass Veranstalter "nicht einfach bestimmte Dinge ausblenden" können. Die Band sieht in der hitzigen Debatte aber auch eine Chance: Sie könnte Menschen dazu anregen, sich intensiver mit dem Rechtsruck in Deutschland auseinanderzusetzen.
Die Reaktionen der Black Music Artists haben einmal mehr gezeigt, dass Hip-Hop weit mehr ist als nur Musik. Er ist eine Plattform für Meinungen, für Haltung und für den Kampf um eine freie und tolerante Gesellschaft. Das ist der Spirit, für den BlackBeats.FM steht, und es ist ein Spirit, der niemals verstummen wird.

