Omid enthüllt – Deutschland – eine weltpolitische Lachnummer?
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Omid enthüllt – Deutschland – eine weltpolitische Lachnummer?

Als BlackBeats.FM sind wir es gewohnt, dass Künstler und Persönlichkeiten der Black Music Szene kein Blatt vor den Mund nehmen. Doch wenn jemand wie Omid Mouazzen , den viele primär als Luxusautohändl...

9. August 2026
4 Min. Lesezeit
Kevin Vollmer
VonRedakteur Deutschrap
Auf einen Blick

Im Podcast von Tim Gabel rechnet Luxusautohändler Omid Mouazzen schonungslos mit dem Standort Deutschland ab und bezeichnet das Land als weltpolitische Lachnummer. Er kritisiert den wirtschaftlichen Abstieg sowie den Identitätsverlust und fordert ein neues deutsches Selbstbewusstsein.

Als BlackBeats.FM sind wir es gewohnt, dass Künstler und Persönlichkeiten der Black Music Szene kein Blatt vor den Mund nehmen. Doch wenn jemand wie Omid Mouazzen, den viele primär als Luxusautohändler kennen, sich mit solch schonungsloser Offenheit zum Zustand Deutschlands äußert, horchen wir genau hin. Im aktuellen Podcast von Tim Gabel liefert Omid in gut 13 Minuten eine brisante Analyse, die weit über das übliche Politik-Blabla hinausgeht und uns alle zum Nachdenken anregt.

"Ich bin Deutscher, bis es der Letzte akzeptiert hat" – Eine Frage der Identität

Omid startet seine Ausführungen mit einer klaren Positionierung seiner eigenen Identität. Er, das Migrantenkind, das jahrelang als Ausländer wahrgenommen wurde, macht unmissverständlich klar: "Ich werde so lange sagen, ich bin Deutscher, bis es der Letzte akzeptiert hat." Diese Aussage ist mehr als nur ein Bekenntnis – sie ist eine Kampfansage. Für ihn bedeutet Deutschsein, hier zu denken, hier zu arbeiten, Steuern zu zahlen und Dankbarkeit für das Land zu empfinden. Eine Definition, die er bewusst auf andere ausweitet: "Auch Türken sind Deutsche. Wir sind gemeinsam die neuen Deutschen."

Genau aus dieser tief verwurzelten Zugehörigkeit leitet er seine vehemente Kritik ab. Sein Urteil über die Entwicklung der letzten Jahre ist dabei alles andere als zimperlich: "Wir sind weltpolitisch zur Lachnummer geworden." Dabei nimmt er explizit die Politik in die Pflicht und nicht etwa Zugewanderte. Eine Selbstkritik, die man selten hört: "Das haben wir uns alle selbst zuzuschreiben." Eine Botschaft, die gerade in der Hip-Hop-Kultur, wo Authentizität und direkte Ansprache großgeschrieben werden, auf Resonanz stößt.

Vom "Made in Germany" zum Rikscha-Fahrer: Ein ökonomischer Abgesang?

Omid untermauert seine These vom "Abstieg" mit zwei eindringlichen Beispielen. Ein Anblick in München ließ ihn stutzig werden: 40- bis 50-jährige Männer, die Touristen in Rikschas durch die Stadt kutschieren. Für ihn ein Symbol des Niedergangs, denn selbst Indien habe dieses Bild weitgehend hinter sich gelassen. "Statt dass wir hier auf Made in Germany setzen, feiern wir das jetzt, dass unsere Männer Rikscha fahren." Er betont, den Job nicht herabwürdigen zu wollen – für Schüler oder Studenten sei es in Ordnung. Doch für gestandene Männer in einem Land, das unter Fachkräftemangel leidet, sei es ein fatales Signal.

Sein zweites Beispiel kommt direkt aus seiner Branche. Das einstige Prädikat "Made in Germany", so Omid, sei zunehmend durch "Made in China" abgelöst worden. Er verweist auf chinesische Hersteller, die E-Autos wie den BYD für rund 10.000 Euro anbieten. Eine Anekdote von einer chinesischen Automesse, bei der eine junge Chinesin lachend auf die Frage, ob sie ein deutsches Auto kaufen würde, antwortete, das hätten vielleicht noch ihre Großeltern gemacht, spricht Bände. Eine Ohrfeige für die deutsche Ingenieurskunst und Wirtschaftspolitik, die Omid hier gnadenlos aufzeigt.

Sicherheit, Abschiebungen und die "Schwächsten für die Statistik"

Persönlich wird Omid beim Thema Sicherheit. Als Vater dreier Töchter schildert er die wachsende Angst in seinem Umfeld: Eltern, die ihre Töchter ungern ausgehen lassen, und Söhne, die nicht mehr in Clubs sollen. Er zieht den Vergleich zu seiner Zeit als Türsteher vor 20 Jahren: Schlägereien gab es auch damals, doch "da wurde keiner abgestochen." Er nimmt eine Zunahme von Messerangriffen und Sexualdelikten wahr, auch wenn er keine belastbaren Zahlen nennt. Messerverbotszonen in Innenstädten kommentiert er mit beißendem Sarkasmus: "Abstechen ist auch verboten. Ja, aber nur in der Innenstadt."

Seine größte Wut richtet sich jedoch gegen die deutsche Abschiebepraxis. Er fordert klar: Kriminelle Deutsche gehören ins Gefängnis, kriminelle Ausländer müssen raus. Diese Aussage schränkt er jedoch ein: Er meint explizit nicht die integrierten Türken, Jugoslawen, Iraner, Araber oder Asiaten, sondern straffällig gewordene Personen mit laufendem Asylverfahren. Er erzählt den Fall einer Tunesierin, legal eingereist, Duldung erhalten, Ausbildung zur Krankenschwester begonnen, nie straffällig. Doch um 4 Uhr morgens wurde sie abgeschoben. Für Omid ist klar, wen der Staat abschiebt: "Die Schwächsten, für die Statistik." Währenddessen, so seine Beobachtung, entziehen sich straffällige Täter mit Anwälten und Tricks der Abschiebung. Ein aktuelles Gegenbeispiel sei der Fall von 18 Karat, dessen Abschiebung nach mehrjähriger Haft gerichtlich bestätigt wurde – ein Lichtblick in Omids ansonsten düsterer Bilanz. Omids schonungslose Offenheit ist ein Weckruf, der in der Hip-Hop-Szene sicherlich für Gesprächsstoff sorgen wird.

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