PA Sports – „Ich bin Feminist!“ – Abrechnung mit „White Privilege Feminismus“
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PA Sports – „Ich bin Feminist!“ – Abrechnung mit „White Privilege Feminismus“

Die deutsche Hip-Hop-Szene ist selten um klare Meinungen verlegen, und PA Sports beweist das einmal mehr. Der Essener Rapper, bekannt für seine ungeschminkten Ansagen und jüngst im Gespräch wegen des ...

11. August 2026
4 Min. Lesezeit
Tobias Frank
VonCharts & Statistik
Auf einen Blick

PA Sports bezeichnet sich im Podcast von Immo Tommy als Feminist und begründet dies mit der Fluchtgeschichte seiner iranischen Mutter. Dabei kritisiert der Rapper scharf einen westlich geprägten Feminismus, dem er Doppelmoral und Desinteresse an globalem Leid vorwirft.

Die deutsche Hip-Hop-Szene ist selten um klare Meinungen verlegen, und PA Sports beweist das einmal mehr. Der Essener Rapper, bekannt für seine ungeschminkten Ansagen und jüngst im Gespräch wegen des angekündigten Battles gegen Ssynic, sorgt aktuell mit einer überraschenden – und doch typisch direkten – Stellungnahme für Furore. Im Video-Podcast „Tommy Unlocks“ von Immobilien-Influencer Immo Tommy sprach der Life-is-Pain-Chef über ein Thema, das man von ihm so vielleicht nicht erwartet hätte: Feminismus.

Ein Ausschnitt aus dem Gespräch geht viral auf TikTok und lässt keinen Zweifel an PA Sports' Haltung: „Digga, ich bin Feminist.“ Doch wie so oft bei dem Künstler, steckt hinter dieser Aussage mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Er untermauert seine Position mit einer tief persönlichen Begründung, die direkt aus seiner Familiengeschichte schöpft.

Wurzeln im Widerstand: Feminismus als Überlebenskampf

Für PA Sports ist Feminismus keine bloße Theorie, sondern eine existenzielle Notwendigkeit, die er durch die Erfahrungen seiner eigenen Mutter verinnerlicht hat. „Ich bin Sohn von einer iranischen Mutter, die aus einem Land gegangen ist, wo man ihr aufzwingen wollte, wie sie zu leben hat“, erklärt er. „Das ist für mich die per se Definition von Feminismus.“ Diese Haltung ist geprägt von dem Kampf gegen Unterdrückung und dem Recht auf Selbstbestimmung – eine Perspektive, die im Hip-Hop-Kontext, der oft Authentizität und gelebte Realität fordert, besonders Resonanz finden dürfte.

Gleichzeitig zieht der Rapper eine deutliche Trennlinie, die das Gespräch auf eine brisante Ebene hebt. Er kritisiert scharf einen bestimmten Typus von Feminismus: „Es gibt aber für mich einen Unterschied zwischen diesem Feminismus und diesem white privileged Feminismus von Frauen, die eigentlich nur Feminismus als Label benutzen, um ihre eigenen Befindlichkeiten verteidigen zu können.“ Diesen kritisierten Ansatz verortet PA Sports zwischen „freizügig durch die Straße laufen bis OnlyFans-Account“ – eine Aussage, die in der aktuellen Debattenkultur mit Sicherheit für viel Gesprächsstoff sorgt.

Doppelmoral-Vorwurf: Empathie nur für die eigene Blase?

Die Schärfe seiner Kritik wird deutlich, als PA Sports das Thema auf internationale Konflikte und Ungerechtigkeiten lenkt. Er wirft den von ihm kritisierten Aktivistinnen eine Doppelmoral vor, die ihre Empathie auf westliche, oft selbstbezogene Themen beschränkt. „Was ist mit den Mädels, die 3000 Kilometer entfernt in Gaza zerbombt werden? Wollen wir für die auch was machen?“, fragt er provokant. Oder mit Blick auf die Heimat seiner Mutter: „Oder für die Frauen, die im Iran getötet werden, wenn sie ihr Kopftuch abziehen oder was weiß ich was machen? Das juckt die gar nicht.“

Diese Perspektive rückt die globalen Dimensionen des Feminismus in den Vordergrund und stellt die Frage, inwieweit westliche feministische Diskurse oft privilegierte Positionen einnehmen, ohne das Leid von Frauen in anderen Teilen der Welt angemessen zu berücksichtigen. Der Essener nimmt kein Blatt vor den Mund und attestiert jenen, deren Aktivismus sich nur um die eigene Komfortzone dreht: „Ey, du kannst dir diesen Aktivismus und diesen Aktionismus sonst wohin schieben.“

OnlyFans & Ikkimel: Ein Seitenhieb mit Vorgeschichte

Obwohl PA Sports in dem viralen Ausschnitt keine Namen nennt, ist für aufmerksame Fans klar, an wen seine Kritik, insbesondere im Zusammenhang mit OnlyFans und „freizügig durch die Straße laufen“, gerichtet sein könnte. Viele dürften hier sofort an seinen früheren Beef mit der Rapperin Ikkimel denken. Ihr freizügiges Image und ihre Präsenz auf Plattformen wie OnlyFans bedienen genau die Punkte, die PA Sports in seinem Statement anspricht. Schon bei ihrer OnlyFans-Ankündigung reagierte er gemeinsam mit Fard deutlich, und erst vor wenigen Wochen kam es erneut zu einem Schlagabtausch mit der Berlinerin.

Die gesamte Diskussion ist auf YouTube und Spotify im „Tommy Unlocks“-Podcast zu finden. Der Ausschnitt auf TikTok zeigt einmal mehr, wie PA Sports es versteht, auch abseits der Musik mit klaren, polarisierenden Statements die Debatte anzustoßen und seine Fans – und Kritiker – in Atem zu halten. Es bleibt spannend zu sehen, wie diese kontroverse Positionierung die Diskussionen im Deutschrap und darüber hinaus beeinflussen wird.

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