Polizei ermittelt nach Dahabflex-Eklat bei Wahl-Event – Was geschah?
Von der BlackBeats.FM Redaktion – Mo., 07.09.2026 Die deutsche Hip-Hop-Szene blickt gespannt nach Berlin, wo Rapper Dahabflex erneut in den Fokus der Justiz geraten ist. Die Berliner Polizei hat Ermit...

Die Berliner Polizei ermittelt gegen den Rapper Dahabflex nach einem umstrittenen Auftritt bei einem Event der Linken. Im Fokus steht der Song Stop The Genocide, dessen Texte nun erneut auf strafrechtliche Relevanz geprüft werden, während sich die Partei vom Künstler distanziert.
Von der BlackBeats.FM Redaktion – Mo., 07.09.2026
Die deutsche Hip-Hop-Szene blickt gespannt nach Berlin, wo Rapper Dahabflex erneut in den Fokus der Justiz geraten ist. Die Berliner Polizei hat Ermittlungen gegen den Künstler eingeleitet, nachdem er bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken für Aufsehen sorgte. Diese Entwicklung wirft nicht nur Fragen nach der juristischen Einordnung seines Auftritts auf, sondern befeuert auch die immer wiederkehrende Debatte um die Grenzen der Kunstfreiheit im Rap-Genre.
Innensenatorin Iris Spranger bestätigte die neuen Ermittlungen heute im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Es ist wichtig zu betonen: Eine Ermittlung sagt noch nichts über ein strafrechtlich relevantes Verhalten aus, doch die öffentliche Aufmerksamkeit ist Dahabflex damit sicher.
Der umstrittene Auftritt und der Song "Stop The Genocide"
Im Zentrum der aktuellen Ermittlungen steht einmal mehr Dahabflex' Track "Stop The Genocide". Besonders kritisch beäugt werden dabei die Zeilen „Yallah, yallah, Intifada, Westbank, Palästina, Gaza“ sowie „Death to the IDF“ (Tod der israelischen Armee). Brisant ist, dass die Polizei diesen Song in der Vergangenheit bereits geprüft und die Ermittlungen damals mit Verweis auf die Kunstfreiheit eingestellt hatte.
Die aktuellen Nachforschungen richten sich laut Berichten des Tagesspiegels nun jedoch gegen den gesamten Auftritt des Rappers bei der Linken. Ob die Staatsanwaltschaft diesen erneuten Anfangsverdacht teilt, ist bislang unklar. Aktuell scheint sich vor allem der Staatsschutz des Landeskriminalamts mit der Angelegenheit zu befassen. Für viele Fans und Beobachter der Szene stellt sich die Frage, warum ein bereits einmal als unbedenklich eingestufter Song nun im Kontext eines Live-Auftritts wieder für juristische Verwicklungen sorgt.
Politische Distanzierung und interne Aufarbeitung
Der Auftritt von Dahabflex hat nicht nur polizeiliche, sondern auch politische Konsequenzen nach sich gezogen. Sowohl die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp als auch Kerstin Wolter, die Landesvorsitzende der Berliner Linken, distanzierten sich im Nachgang deutlich von den Inhalten. Hermann Nehls, Co-Vorsitzender der Linken Neukölln, erklärte die Einladung Dahabflex' mit dessen genereller Positionierung gegen Krieg und Genozid. Er stellte jedoch klar, dass der Song "Stop the Genocide" nicht Teil des abgesprochenen Programms gewesen sei. Die Partei kündigte eine interne Aufarbeitung des Vorfalls an.
Diese politische Reaktion unterstreicht die Sensibilität des Themas und den Druck, dem sich Künstler und Veranstalter in der heutigen Gesellschaft ausgesetzt sehen, wenn politische Botschaften auf der Bühne mit aktuellen Konflikten kollidieren. Für Black Music Fans, die oft politisch engagierte Künstler feiern, ist dies ein Balanceakt zwischen Message und medialer Resonanz.
Dahabflex' musikalische Antwort: "Zwei Parolen schlimmer als zehntausende tote Kinder?"
Dahabflex selbst hat auf die Kontroverse nicht geschwiegen, sondern – wie es sich für einen Rapper gehört – musikalisch reagiert. In einem Instagram-Reel mit dem Titel "Zu meiner Verteidigung" setzt er sich mit der Kritik auseinander. Er rappt, dass Rap „von Überspitzung“ lebe und kritisiert dabei eine vermeintliche Doppelmoral in der öffentlichen Debatte.
Besonders provokant stellt er die Frage der Prioritäten: Während bei Künstlern wie Danger Dan die Kunstfreiheit in den Vordergrund gerückt werde, versuche man ihm einen Strick aus seinen Worten zu drehen. Seine eindringlichste Zeile bringt die Diskrepanz für ihn auf den Punkt:
„Zwei Parolen sind für euch schlimmer / Als zehntausende tote Kinder“
Dieses Statement verdeutlicht den Kern der Debatte: Für Dahabflex scheint es um die thematische Gewichtung und die Frage zu gehen, welche Inhalte in der öffentlichen Wahrnehmung als schockierender oder kritikwürdiger gelten. BlackBeats.FM wird diese spannungsgeladene Entwicklung und die weiteren Ermittlungen aufmerksam verfolgen und euch auf dem Laufenden halten.
Mehr zu Dahabflex' ursprünglichem Statement findet ihr hier:
Auftritt im Wahlkampf der Linken: Rapper Dahabflex antwortet auf Kritik
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