Prinz Pi nach Abschiedskonzert – Ab jetzt nur noch Friedrich Kautz
Eine der prägendsten Stimmen des Deutschrap verlässt endgültig die Bühne: Für Prinz Pi ist das Kapitel Rap offiziell Geschichte. Nach einer intensiven, dreiwöchigen Abschiedstournee fiel im schweizeri...

Nach zwei Jahrzehnten beendet Prinz Pi seine Rap-Karriere und verabschiedet sich nach seiner Tournee endgültig von der Bühne. Unter seinem bürgerlichen Namen Friedrich Kautz kehrt er der Musikindustrie den Rücken, um sich künftig voll und ganz dem Handwerk zu widmen.
Eine der prägendsten Stimmen des Deutschrap verlässt endgültig die Bühne: Für Prinz Pi ist das Kapitel Rap offiziell Geschichte. Nach einer intensiven, dreiwöchigen Abschiedstournee fiel im schweizerischen Bern der allerletzte Vorhang. Direkt im Anschluss wandte sich der Berliner Ausnahme-Künstler via Instagram mit einem ehrlichen und emotionalen Videostatement an seine Community, um diesen lebensverändernden Schlusspunkt einzuordnen.
Letzter Vorhang in Bern: Das Ende einer Ära
Zwei Dekaden lang stand der Name Prinz Pi für lyrischen Tiefgang, komplexe Storyteller und Meilensteine der hiesigen Hip-Hop-Historie. Doch nach dem finalen Konzert in der Schweiz macht der Rapper unmissverständlich klar, dass dieser Lebensabschnitt unwiderruflich vorbei ist. „Mein Name war 20 Jahre lang Prinz Pi, jetzt heiße ich nur noch Friedrich Kautz“, verkündet der Berliner gleich zu Beginn seines Statements.
Der Musiker reflektiert darin die vergangenen Jahrzehnte, in denen er bedingungslos seine gesamte Persönlichkeit in die Kunst investiert habe. Jahrelang habe er das große Glück gehabt, dass Generationen von Hörerinnen und Hörern seine Gedanken und Soundwelten feierten. Doch das Tour-Finale hinterlässt Spuren: Nach dem letzten Gig sei er „völlig fertig“ und durchlebe eine „merkwürdige Mischung aus Erfüllung, Erschöpfung und Leere“.
Zwischen Erfüllung und Leere: Entfremdung von der Musikbranche
In seinem Rückblick spart der Berliner auch nachdenkliche Töne über den Wandel des Marktes nicht aus. Der Abschied kommt schließlich nicht völlig aus dem Nichts. Kautz erklärt offen, dass sich das Musikgeschäft im Laufe der Zeit in eine Richtung entwickelt habe, mit der er zunehmend fremdelte. Irgendwann habe die Branche einen seltsamen Weg eingeschlagen, wodurch es für ihn immer schwieriger geworden sei, mit seiner Art von Kunst durchzudringen.
Ob es letztlich daran gelegen habe, dass den Leuten sein Sound schlichtweg nicht mehr gefiel, oder ob die Mechanismen der Industrie es erschwerten, die eigentliche Zielgruppe noch zu erreichen, lässt er offen. Für ihn stand am Ende jedoch fest: Er konnte und wollte diesen Kampf innerhalb der aktuellen Musiklandschaft nicht mehr weiterführen. Sobald er nach der Heimreise aus dem Tourbus steige, schlage er daher ein komplett neues Buch auf.
Neues Kapitel: Vom Mic zur Kreissäge
Wer nun befürchtet, dass Friedrich Kautz gänzlich von der Bildfläche verschwindet, darf zumindest teilweise aufatmen. Der Ruhestand bedeutet für den ehemaligen Rap-Pionier keineswegs Stillstand – er verlegt seinen kreativen Fokus lediglich auf ein völlig anderes Spielfeld. Anstelle von Beats und Bars rückt in Zukunft das klassische Handwerk in den Mittelpunkt seines Schaffens.
Diesen radikalen Schwenk bringt er mit einer prägnanten Punchline auf den Punkt: „Und das Motto dafür ist: Wenn nicht mit Rap, dann mit der Kreissäge.“ Diesen handwerklichen Weg möchte er auch in künftigen Content-Formaten mit seinen Followern teilen. Für die Deutschrap-Szene markiert der Abschied von Prinz Pi dennoch eine spürbare Zäsur – Friedrich Kautz hinterlässt ein gewaltiges Erbe, das die hiesige Hip-Hop-Kultur über Generationen hinweg geprägt hat.

