Remmo-Angriff – "Ferat Kocak lügt!" – Eigene Partei angekündigt
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Remmo-Angriff – "Ferat Kocak lügt!" – Eigene Partei angekündigt

Die politische Landschaft Berlins, und damit auch ein Stück weit das gesellschaftliche Klima, das oft den Lyrics unserer liebsten Artists zugrunde liegt, brodelt: Die Kontroverse um mutmaßliche Kontak...

16. Oktober 2026
4 Min. Lesezeit
Marcel Berger
VonChefredakteur Hip-Hop
Auf einen Blick

Issa Remmo bezichtigt den Linken-Politiker Ferat Koçak der Lüge und widerspricht dessen Darstellung eines kurzen Zufallstreffens. Laut Remmo dauerte der Austausch über Politik über eine Stunde. Infolge der Kontroversen um Clan-Kontakte kündigt Remmo zudem die Gründung einer eigenen Partei an.

Die politische Landschaft Berlins, und damit auch ein Stück weit das gesellschaftliche Klima, das oft den Lyrics unserer liebsten Artists zugrunde liegt, brodelt: Die Kontroverse um mutmaßliche Kontakte zwischen dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak (Die Linke) und Mitgliedern der Familie Remmo nimmt eine neue, scharfe Wendung. Issa Remmo, bekannt als Oberhaupt des Remmo-Clans, legt in einem Interview mit der Bild nach und bezichtigt Koçak unverblümt der Lüge. Ein Thema, das weit über politische Kreise hinaus für Gesprächsstoff sorgt und auch in der Black Music Community aufmerksam verfolgt wird.

Die Dauer der Wahrheit: Wer sagt hier was?

Im Zentrum des Konflikts steht ein Treffen zwischen Koçak und Issa sowie Firas Remmo. Während der Linken-Politiker bisher betonte, das zufällige Zusammentreffen sei nach maximal 15 Minuten beendet worden, sobald ihm die Brisanz der Situation bewusst wurde, kontert Issa Remmo nun vehement. „Koçak kam zu mir ins Büro. Mehr als eine Stunde haben wir diskutiert", so Remmo gegenüber der Bild. Damit nicht genug: Remmo behauptet auch, Koçak habe ihn bereits vor diesem Treffen gekannt, was dieser wohl vehement bestreitet. Auf Nachfrage soll Remmo trocken geantwortet haben: „Natürlich kennt er mich".

Die Fronten sind verhärtet. Issa Remmo geht sogar noch weiter und attackiert Koçak direkt: „Hätte er gesagt: ‚Ich kenne Issa', dann hätte man ihn für seine Ehrlichkeit respektiert. Aber Ferat Koçak lügt." Inhaltlich sei es bei dem Gespräch nach Remmos Darstellung nicht um kriminelle Machenschaften gegangen, sondern um „Politik, Sozialismus und Enteignungen" – Themen, die man wohl kaum in einem 15-Minuten-Gespräch abhandelt. Eine erneute Stellungnahme von Koçak zu diesen jüngsten Vorwürfen blieb laut Bild bisher aus. Er hatte zuvor stets beteuert, bewusste Verbindungen ins Clan-Milieu zu bestreiten, legte aber sein Amt im Innenausschuss nieder, um Schaden von seiner Partei abzuwenden.

Von Chatnachrichten bis zur Partei: Die Eskalationsspirale

Die gesamte Debatte nahm Fahrt auf, als Issa Remmo auf der Wahlparty der Linken in Neukölln gesichtet wurde und später freundliche Chatnachrichten zwischen Ferat Koçak und Firas Remmo öffentlich wurden. Darin schrieb Koçak unter anderem: „Grüße mit Respekt an deinen Vater" – eine Formulierung, die in der Partei Die Linke für erheblichen Unmut sorgte. Führende Köpfe der Partei distanzierten sich, und Koçak selbst forderte, seine Familie aus der Diskussion herauszuhalten.

Im besagten Interview präsentiert Issa Remmo, um seine Seriosität zu untermauern, nach eigenen Angaben zwei Führungszeugnisse, die keine Einträge aufweisen. Er bekräftigt zudem seine politische Haltung, die er offenbar als vereinbar mit seinen Ambitionen sieht: „Ich hätte die Partei nicht gewählt, wenn sie gegen Juden wäre. Ich bin gegen das, was die Hamas am 7. Oktober gemacht hat." Gleichzeitig beschreibt er Koçak als höflich und seriös, was die Komplexität der Situation unterstreicht.

"Die Linke hat mich verloren": Issa Remmos politische Zukunft

Die vielleicht überraschendste Entwicklung der jüngsten Äußerungen ist Issa Remmos Ankündigung, eigene politische Wege gehen zu wollen. Enttäuscht von der Linken – oder vielleicht vom Umgang der Partei mit dieser Situation – zieht er klare Konsequenzen: „Ich werde die Linke niemandem mehr empfehlen. Lügen haben kurze Beine. Ich habe nicht die Linke verloren, die Linke hat mich verloren." Ein Satz, der wie ein Statement auf einem Track klingen könnte, voll von Enttäuschung und Kampfansage.

Doch es bleibt nicht bei der Kritik. Remmo schmiedet bereits Pläne für die Zukunft: „Bei der nächsten Wahl wähle ich mich selbst. Wenn ich den deutschen Pass bekomme, gründe ich meine eigene Partei." Ein mutiger Schritt, der – sollte er Realität werden – sicherlich für Furore sorgen und die politische Landschaft in Berlin und darüber hinaus weiter aufmischen würde. Die Vorwürfe an Ferat Koçak und die offen widersprüchlichen Darstellungen der Beteiligten bleiben hochbrisant und werden die Gemüter sicherlich noch eine Weile beschäftigen. Wir bleiben dran!

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