Rick Ross – Schwere Körperverletzung vom Tisch, doch Ärger bleibt
Aufatmen für US-Rap-Schwergewicht Rick Ross : Der Boss von Maybach Music Group hat in seinem laufenden Verfahren wegen mutmaßlicher häuslicher Gewalt in Florida einen entscheidenden juristischen Etapp...

Rick Ross erzielt einen juristischen Etappensieg: Die Staatsanwaltschaft in Miami hat die schwere Anklage wegen Strangulation gegen den Rapper fallen gelassen. Trotz der Entlastung muss sich der MMG-Chef weiterhin wegen zweier minderschwerer Vergehen vor Gericht verantworten.
Aufatmen für US-Rap-Schwergewicht Rick Ross: Der Boss von Maybach Music Group hat in seinem laufenden Verfahren wegen mutmaßlicher häuslicher Gewalt in Florida einen entscheidenden juristischen Etappensieg errungen. Wie aus neuen Gerichtsdokumenten hervorgeht, ließ die Staatsanwaltschaft in Miami den schwerwiegendsten Anklagepunkt gegen den 49-jährigen Rapper fallen. Statt eines drohenden Verfahrens wegen eines schweren Verbrechens („Felony“) stehen für Rozay nun nur noch zwei Vergehen minderer Schwere („Misdemeanors“) im Raum.
Schwere Anklage wegen Strangulation vom Tisch
Die Wende im Fall verdankt der Musiker der Einschätzung der zuständigen Ermittler: Wegen unzureichender Beweislage sahen die Staatsanwälte davon ab, die Anklage wegen schwerer Körperverletzung durch Strangulation (Felony Battery by Strangulation) weiterzuverfolgen. Dieser Vorwurf wog im Vorfeld besonders schwer, da bei einer Verurteilung auf Felony-Ebene im US-Bundesstaat Florida mehrjährige Haftstrafen gedroht hätten.
Rick Ross, der mit bürgerlichem Namen William Leonard Roberts II heißt, hatte bereits zuvor über seine Anwälte auf „nicht schuldig“ plädiert. Dass die Anklagebehörde den Top-Vorwurf nun offiziell fallen lässt, verschafft dem Hip-Hop-Mogul erheblichen Handlungsspielraum vor Gericht. Völlig ausgestanden ist die Angelegenheit für den MMG-Chef damit jedoch noch nicht.
Zwei Vergehen bleiben: Die Vorwürfe der Ex-Freundin
Trotz des Teilerfolgs muss sich Rick Ross weiterhin vor der Justiz in Miami-Dade verantworten. Die Staatsanwaltschaft reichte zwei modifizierte Klagepunkte ein: einen wegen einfacher Körperverletzung (Battery) sowie einen weiteren wegen Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt (Battery / Domestic Violence). Beide Tatbestände gelten im amerikanischen Rechtssystem als Ordnungswidrigkeiten bzw. minderschwere Vergehen.
Der rechtliche Streit geht auf einen Vorfall zurück, der sich vor einigen Wochen zugetragen haben soll. Eine Ex-Partnerin des Rappers hatte damals den Notruf gewählt und schwere Anschuldigungen erhoben. Sie gab gegenüber den Beamten an, Ross habe sie geohrfeigt, geschlagen und gewürgt. Zudem soll er sie an ihrem Pferdeschwanz gepackt und gegen eine Wand geschleudert haben. Nachdem der Haftbefehl erlassen worden war, stellte sich der Rapper den Behörden freiwillig im Miami-Dade Jail, um sich der Festnahme und den anfänglichen Vorwürfen zu stellen.
Wie es für den Maybach-Music-Boss jetzt weitergeht
Mit der Herabstufung zu Misdemeanors sinkt das Risiko für den Rapper drastisch. Zwar können auch Vergehen dieser Kategorie mit Geldstrafen, Bewährungsauflagen oder kürzeren Aufenthalten in einer lokalen Hafteinrichtung geahndet werden, eine lange Gefängnisstrafe im State Prison ist damit jedoch vom Tisch. Rechtsexperten gehen davon aus, dass Ross' Verteidigungsteam nun versuchen wird, auch die verbleibenden Punkte durch einen Vergleich oder eine außergerichtliche Einigung beizulegen.
Für Rick Ross, der sich neben seiner Musikkarriere vor allem als cleverer Geschäftsmann und Investor positioniert, kommt diese Entwicklung zum richtigen Zeitpunkt. Ob es zu einem Gerichtsverfahren kommt oder eine Bewährungsstrafe verhandelt wird, dürften die kommenden Wochen im Gerichtssaal von Miami zeigen.

