Schock-Aussage – Arafat Abou-Chaker lobt AfD-Chef Tino Chrupalla
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Schock-Aussage – Arafat Abou-Chaker lobt AfD-Chef Tino Chrupalla

In der Deutschrap-Szene ist Arafat Abou-Chaker seit vielen Jahren eine der streitbarsten und polarisierendsten Persönlichkeiten. Während der ehemalige Musikmanager zuletzt im Format „ungeskriptet“ übe...

2. November 2026
3 Min. Lesezeit
Melissa Brandt
VonInterview-Redaktion
Auf einen Blick

Arafat Abou-Chaker sorgt mit einem Interview für Aufsehen, in dem er AfD-Chef Tino Chrupalla für dessen israelkritische Haltung und Rückgrat lobt. Trotz des Respekts für Chrupalla lehnt der Ex-Manager die AfD-Forderung nach Remigration ab und kritisiert die deutsche Meinungsfreiheit.

In der Deutschrap-Szene ist Arafat Abou-Chaker seit vielen Jahren eine der streitbarsten und polarisierendsten Persönlichkeiten. Während der ehemalige Musikmanager zuletzt im Format „ungeskriptet“ über Themen wie Security-Dienste und Schutzgeld aus dem Nähkästchen plauderte, schlägt er nun gänzlich andere Töne an. In einem rund 43-minütigen Video-Interview mit Paul Klemm vom Compact-Magazin äußerte sich Abou-Chaker ausführlich zu gesellschaftlichen Debatten, dem Nahost-Konflikt, deutscher Politik und den gegen ihn laufenden Gerichtsverfahren. Für besonderes Aufsehen sorgt dabei sein offenes Lob für AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla.

Ungewöhnliche Töne: Respekt für AfD-Chef Tino Chrupalla

Dass Abou-Chaker kein Blatt vor den Mund nimmt, ist hinlänglich bekannt. Seine Sympathiebekundungen für Spitzenpolitiker der AfD überraschen dennoch viele Beobachter. Chrupalla imponiere ihm vor allem deshalb, weil dieser unverblümt ausspreche, was er denke, und sich dabei klar israelkritisch positioniere. Abou-Chaker kommentierte dies im Gespräch mit deutlichen Worten: „Da musst du heutzutage in Deutschland Eier haben.“ Sein abschließendes Urteil über den Parteichef fällt bemerkenswert positiv aus: „Der Typ als Deutscher in Deutschland in der Politik, der hat Rückgrat. Und sowas respektiere ich.“

Gleichzeitig stellte der Ex-Label-Chef jedoch klar, dass er sich keineswegs als genereller Anhänger der Partei verstehe. Die Partei als Ganzes fahre für ihn „keine Linie“. Auch den zunehmenden Rufen nach drastischen Abschiebungen erteilte er eine deutliche Absage und betonte knapp: „Remigration brauchen wir nicht.“ Ebenso wenig kann Abou-Chaker mit der Linkspartei anfangen. Wegen deren Gesellschaftspolitik ziehe er eine klare Grenze: „Distanziere ich mich komplett davon.“

Anklage wegen Volksverhetzung: Verhandlung verzögert sich

Den eigentlichen Anlass für das Gespräch bildeten die juristischen Auseinandersetzungen, mit denen Abou-Chaker derzeit konfrontiert ist. Im Raum steht ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung. Hintergrund ist ein vergangener TikTok-Livestream mit dem Salafisten-Prediger Pierre Vogel, in dem der Berliner Clan-Chef den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen haben soll. Nach Angaben von Abou-Chaker sei die Anzeige vom Zentralrat der Juden ausgegangen.

Ein baldiges Urteil ist allerdings nicht in Sicht. Wie Abou-Chaker verriet, sei der Verhandlungsauftakt ein weiteres Mal verschoben worden – voraussichtlich auf „Anfang 27“. Reue oder Selbstkritik lässt er dabei nicht erkennen: „Am Ende des Tages, ich habe nichts falsch gesagt.“ Stattdessen zog er den Zustand der demokratischen Debattenkultur in Zweifel und resümierte: „In Deutschland gibt es keine Meinungsfreiheit. (…) Also, wer daran glaubt, der glaubt an Weihnachten.“

Politische Visionen: Helmut Schmidt und mehr direkte Demokratie

Im weiteren Verlauf des Interviews vertrat Abou-Chaker die Ansicht, dass die große Flüchtlingsbewegung des Jahres 2015 politisch gewollt gewesen sei. Zum Ende des Gesprächs offenbarte er zudem unerwartete politische Vorlieben: Er bezeichnete sich selbst als „absoluter Helmut Schmidt Fan“ und forderte eine stärkere Beteiligung der Bürger in Form von bundesweiten Volksabstimmungen.

Auch innerhalb der AfD sieht er Potenzial für die Zukunft. Dort gebe es laut seiner Einschätzung „sehr kluge Köpfe“. Diese sollten sich seiner Meinung nach mit fähigen Politikern aus anderen Parteien zusammentun, um eine neue, eigenständige Kraft im deutschen Parteiensystem zu etablieren. Einmal mehr beweist Arafat Abou-Chaker, dass er auch abseits des Deutschrap-Parketts für maximale Kontroversen sorgen kann.

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