Unveröffentlichte Eminem-Songs geklaut – 5 Jahre Knast für Ex-Mitarbeiter
Für Rap-Superstar Eminem ist es der Albtraum eines jeden Künstlers: Unvollendete, streng geheime Studioaufnahmen geraten an die Öffentlichkeit. Noch bitterer wird es, wenn der Verräter aus den eigenen...

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Eminem hat sich schuldig bekannt, über 25 unveröffentlichte Songs gestohlen und für 50.000 Dollar verkauft zu haben. Der durch die Leaks entstandene Schaden wird auf 750.000 Dollar geschätzt. Dem Täter drohen nun bis zu fünf Jahre Haft.
Für Rap-Superstar Eminem ist es der Albtraum eines jeden Künstlers: Unvollendete, streng geheime Studioaufnahmen geraten an die Öffentlichkeit. Noch bitterer wird es, wenn der Verräter aus den eigenen Reihen stammt. Ein langjähriger Ex-Mitarbeiter von Slim Shady hat sich nun vor Gericht in Detroit schuldig bekannt, unveröffentlichte Tracks der Hip-Hop-Ikone gestohlen und für Zehntausende Dollar im Untergrund verhökert zu haben. Dem Täter droht nun eine empfindliche Gefängnisstrafe.
Jahrelanges Vertrauen schamlos ausgenutzt
Im Zentrum des Musik-Skandals steht der 48-jährige Joseph Strange. Laut US-Justizministerium bekannte sich der Beschuldigte der vorsätzlichen Verletzung von Urheberrechten schuldig. Strange war von etwa 2007 bis 2021 im direkten Umfeld von Eminem tätig. In dieser Zeit genoss er ein enormes Vertrauen und hatte uneingeschränkten Zugriff auf passwortgeschützte Festplatten, auf denen streng gehütetes Archivmaterial und Tracks lagerten, die sich noch mitten im Entstehungsprozess befanden.
Dieses Vertrauensverhältnis nutzte der Ex-Angestellte eiskalt aus: Die Ermittler warfen Strange vor, mindestens zehn unveröffentlichte Audiodateien kopiert und für rund 50.000 US-Dollar weiterverkauft zu haben. Die Spur der Ermittler führte zu mehreren Abnehmern. Darunter befand sich auch eine Person, die unter dem Alias „Doja Rat“ agierte und zugab, besagte 50.000 Dollar an Strange für das exklusive Material überwiesen zu haben.
Millionen Klicks im Netz und gigantischer Millionenschaden
Die unberechtigten Leaks blieben in der Hip-Hop-Community natürlich nicht lange verborgen. Erste Songs tauchten im Laufe des Jahres 2024 im Internet auf. Bis zum November 2025 wurden die illegal hochgeladenen Tracks laut Behördenangaben bereits mehr als acht Millionen Mal gestreamt und abgerufen. Wie das Branchenmagazin Variety berichtet, fanden infolge der Transaktionen letztlich sogar über 25 Songs ihren Weg ins Netz. Den daraus resultierenden wirtschaftlichen Gesamtschaden beziffern die Experten auf mindestens 750.000 US-Dollar.
Die Sache flog schließlich im Januar 2025 auf, als aufmerksame Studio-Mitarbeiter aus Eminems Team das FBI über das Auftauchen des Materials informierten. Bei einer darauffolgenden Razzia stellten die Bundesbeamten Festplatten sicher, auf denen sich unautorisierte Kopien unveröffentlichter Eminem-Songs befanden. Eine offizielle Stellungnahme aus dem Lager des Detroiter Rappers blieb bislang aus; ein Sprecher lehnte entsprechende Anfragen ab.
Drohende Haftstrafe: Entscheidung fällt erst 2027
Seitens der Justizbehörden fand man deutliche Worte für den Datenklau. Assistant Attorney General A. Tysen Duva stellte unmissverständlich klar, dass Strange seine Vertrauensstellung missbraucht habe, um sich an der geistigen Arbeit des Rappers zu bereichern. Dieses Verhalten untergrabe sowohl juristische als auch künstlerische Grundrechte, weshalb man konsequent gegen den Diebstahl von kreativen Werken vorgehe.
Ganz anders stellt die Verteidigung die Situation dar: Stranges Anwalt Wade Fink bezeichnete die Formulierungen der Ankläger als übertrieben und betonte, sein Mandant zeige tiefste Reue und übernehme die volle Verantwortung. Seine Familie und Kinder hätten unter den Vorfällen enorm gelitten. Für Strange steht dennoch viel auf dem Spiel: Ihm droht eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Haft. Der finale Gerichtstermin zur Urteilsverkündung ist auf den 27. Januar 2027 terminiert.

