Wegen "NoName" – Gegen Fler – angeblich Haftbefehl?
Leipzig, Do., 05.11.2026 – Im Zentrum einer aktuellen Diskussion im deutschen Hip-Hop-Kreis steht Fler. Nach dem Release seines gemeinsamen Tracks mit Sido, „Propaganda“, wird immer wieder auf eine an...

Leipzig, Do., 05.11.2026 – Im Zentrum einer aktuellen Diskussion im deutschen Hip-Hop-Kreis steht Fler. Nach dem Release seines gemeinsamen Tracks mit Sido, „Propaganda“, wird immer wieder auf eine angeregte Haftbefehlsverfolgung gegen den Rapper hingewiesen. Der Grund: Der 2019 erschienene Disstrack „NoName“ von Bushido, in dem Fler eine Beleidigung der Ferchichis thematisiert, hat längst rechtliche Konsequenzen ausgelöst.
Der Streit um „NoName“ – Von einer einstweiligen Verfügung bis zu Geldstrafen
Beim Release des Tracks „NoName“ im Jahr 2019 verlangten Bushido und seine Familie vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung. Sie verlangten, dass Fler bestimmte Textpassagen aus dem Disstrack streichen müsse – insbesondere jene, die auf die Kinder der Ferchichis anspielten. Wörtliche oder sinngemäße Verbreitung dieser Zeilen drohte damals mit Ordnungsmitteln: Geldbußen oder Ersatzstrafen.
Seitdem wurden solche Strafen mehrfach gegen Fler verhängt. Im Livestream, den Fler im Rahmen des „Propaganda“-Musikvideos führt, erklärt er: „Wenn du die Ordnungsgelder nicht zahlst, musst du halt irgendwann in den Knast.“
Der Haftbefehl – Was steht im Ernstfall?
Derzeit wird berichtet, dass die deutsche Justiz laut Angaben bereits einen Haftbefehl gegen Fler erlassen hat. Laut Fler hat er sogar eine offizielle Ladung zum Strafantritt im Moabit-Gebäude erhalten. Er betont, dass er den Prozess nicht „einfach so“ aus dem Weg gehen will – stattdessen setzt er voll auf seinen Anwalt.
„Mach ich nicht, so 'n Quatsch“, sagt Fler im Chat. Er weist darauf hin, dass die Geldstrafen nicht einfach „gezahlt“ werden können – das sei für ihn eine Form der Verletzung seiner Rechte.
Das Musikvideo – Eine Produktion auf Zypern
Währenddessen hat Sido selbst nach Zypern gereist, um gemeinsam mit Fler das Musikvideo zu „Propaganda“ zu drehen. Die Wahl der Insel als Drehort ist nicht zufällig: Zypern ist die Wohnheimat von Flizzy, dem früheren „Flizzy“-Sänger und Fler-Partner. Die Produktion wurde als „Riesen-Produktion“ bezeichnet – mit großem Aufwand, inklusive Crew und Set-Design.
Fler hatte dies nicht vorher erwartet. Der Dreh verläuft nicht nur als künstlerische, sondern auch als politisch sensible Herausforderung – zwischen Musik, Rechtsstreit und persönlicher Integrität.
Der Fall „NoName“ bleibt ein Beleg dafür, dass Hip-Hop in Deutschland nicht nur kulturell, sondern auch rechtlich komplex ist. Für Fans von Fler und Sido ist der Streit ein wichtiger Blickpunkt in der Geschichte des Aggro-Hip-Hop-Genres.

