Yung Saint Paul & Boondawg – Endlich Frieden nach 2 Jahren Beef?
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Yung Saint Paul & Boondawg – Endlich Frieden nach 2 Jahren Beef?

Von der BlackBeats.FM Redaktion – Mi., 07.10.2026 Die Deutschrap-Landschaft ist selten ruhig, doch manche Auseinandersetzungen prägen die Szene nachhaltig. Eine davon war zweifellos der energiegeladen...

7. Oktober 2026
5 Min. Lesezeit
Erik Lang
VonMusikjournalist
Auf einen Blick

Nach über zwei Jahren legen Yung Saint Paul und Boondawg ihren musikalischen Konflikt endgültig bei. In einem Interview betont Yung Saint Paul, dass Loyalität der Grund für sein Eingreifen war, man sich heute jedoch respektvoll begegnet und den Beef als abgeschlossen betrachtet.

Von der BlackBeats.FM Redaktion – Mi., 07.10.2026

Die Deutschrap-Landschaft ist selten ruhig, doch manche Auseinandersetzungen prägen die Szene nachhaltig. Eine davon war zweifellos der energiegeladene Beef zwischen Boondawg auf der einen und Sampagne samt Yung Saint Paul auf der anderen Seite. Über zwei Jahre ist es her, dass dieser lyrische Schlagabtausch für Furore sorgte und als einer der wenigen musikalisch ausgetragenen Beefs der neueren Generation in Erinnerung blieb.

Jetzt, nachdem das Pulverfass scheinbar längst entschärft ist, blickt Yung Saint Paul, bekannt für Hits wie "Camilla" und "Mein Cutie <3", in einem aktuellen Interview mit Aria Nejati auf die Eskalation zurück. Der Künstler, dessen Karriere in den letzten Jahren durch virale Freestyles und seine Arbeit als Writer einen rasanten Aufstieg erlebte, gibt überraschend intime Einblicke in die damaligen Motivationen und das aktuelle Verhältnis zu seinem ehemaligen Kontrahenten.

Warum Yung Saint Paul in den Beef einstieg: Loyalität über alles

Für viele Fans war die Frage offen: Warum stieg Yung Saint Paul überhaupt in eine Auseinandersetzung ein, die ursprünglich zwischen Boondawg und seinem Freund Sampagne stattfand? Die Antwort des Rappers aus Baden-Baden ist klar und kompromisslos. Es ging ihm nicht um Konkurrenzdenken, sondern um eine tief verwurzelte persönliche Überzeugung und Freundschaft.

"Ich habe auch meine Prinzipien [...] Wenn du mir ins Gesicht lächelst und du fängst an, meinen Freund von der Seite anzuficken, sowas gibt es bei mir nicht. Dann gehe ich auf jeden Fall mit rein, ob das im Rap ist oder im Privatleben. Das war für mich der Grund, zu sagen: 'Nee, Langen, jetzt rasiere ich dich'."

Dieses Statement unterstreicht, dass es im Kern um Loyalität und das Einstehen für seine Crew ging – ein universelles Thema im Hip-Hop. Es war der klassische Fall, dass ein Freund für den anderen in den Ring stieg, als dieser attackiert wurde. Eine Haltung, die in der Black Music Community hochgeschätzt wird.

Zwei Jahre später: Kein böses Blut, nur Lektionen gelernt

Interessanterweise betont Yung Saint Paul, dass der auf Rap-Basis ausgetragene Konflikt ihm sogar "Spaß gemacht" habe. Eine Aussage, die zeigt, dass echter Beef, wenn er musikalisch und mit Respekt geführt wird, auch eine kreative und fordernde Erfahrung sein kann. Er ist sich sicher, dass auch Boondawg diese Herausforderung genossen hat. Das Wichtigste jedoch: Böses Blut zwischen den beiden scheint der Vergangenheit anzugehören.

"Das ist jetzt zwei Jahre her, die Sache ist zu", erklärt Yung Saint Paul. Er berichtet sogar von einem Treffen bei einem Festival, wo man sich die Hand gab. Auch wenn sie "keine besten Freunde mehr werden über die Jahre", so habe der Beef alle Beteiligten im Großen und Ganzen weitergebracht. Eine friedliche Entwicklung, die in der oft hitzigen Rap-Welt bemerkenswert ist.

"Ich glaube nicht, dass jemand abends vorm Einschlafen noch daran denkt [...] So groß war es ja auch nicht. Ich glaube, keiner von uns wollte jetzt einen noch größeren Film daraus machen. War gut so wie es war, hat Spaß gemacht – auch für alle anderen Beteiligten. Ihr habt ja gesehen, wie es läuft. Also, wenn nochmal jemand Bock hat, hier bin ich."

Diese entspannte Haltung zeigt, dass manche Konflikte in der Kunstwelt bleiben können, ohne persönliche Beziehungen dauerhaft zu zerstören. Es war eine Art Battle-Rap-Sport, der die Künstler beflügelte und das Publikum begeisterte.

Der Ursprung des Konflikts: Boondawgs Diss und die Kettenreaktion

Für all jene, die sich fragen, wie es überhaupt zu diesem denkwürdigen Beef kam: Der Stein des Anstoßes war Boondawgs Diss gegen Sampagne auf seinem im November 2024 veröffentlichten Album "Kult". Dort kritisierte Boondawg Sampagnes kommerzielle Zusammenarbeit, speziell die Deichmann-Kooperation. Dies führte zu einer direkten Reaktion von Sampagne und Yung Saint Paul, die ihren Kontrahenten postwendend dissten. Es entstand eine rasante Kettenreaktion von Disstracks wie "4DACULTURE.mp3", "ach boonie ach" und "FFGM.mp3", die hauptsächlich über Instagram ausgetragen wurden und die Kommentarspalten der gesamten Deutschrap-Szene explodieren ließen.

Bereits vor rund einem Jahr äußerte sich auch Sampagne selbst in einem Interview mit Aria Nejati zu dem damaligen Streit. Er betonte, dass er bei seiner Antwort auf Boondawg auf den Überraschungsmoment gesetzt habe und dies als persönliche "Challenge" sah. Ob auch er mittlerweile den Frieden gefunden hat, blieb damals offen, doch die aktuellen Aussagen von Yung Saint Paul lassen vermuten, dass die Wogen geglättet sind.

Die Geschichte des Boondawg vs. Sampagne & Yung Saint Paul Beefs bleibt ein spannendes Kapitel in der deutschen Hip-Hop-Historie. Ein Beweis dafür, dass Rivalitäten die Szene beleben und Künstler zu Höchstleistungen anspornen können – und dass am Ende manchmal sogar Frieden und Respekt die Oberhand gewinnen.

Hier könnt ihr euch das komplette Interview von Yung Saint Paul mit Aria Nejati ansehen. Die Beef-Thematik beginnt ab 25:55:

Für weitere Einblicke in den Beef und die damaligen Entwicklungen, lest auch unseren Artikel: Boondawg legt mit Disstrack gegen Sampagne & Yung Saint Paul nach.

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