Showname: #1 for Hip Hop - Black Music - R&B - Mashups and Remixes
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Interviews




Interview mit: Tyron Ricketts
Datum: 22.08.2012
Autor: Karo
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Bewertung:
BlackBeats.FM: Hallo Tyron Ricketts. Willkommen zum Interview mit BlackBeats.FM, eines der größten Internetradios im Black Music Bereich Deutschlands. Wie geht es dir?

Tyron Ricketts: Vielen Dank! Es geht mir gut. Zur zeit ist viel los, da ich mit meinem Album und dem dazugehören Buch durchs Land ziehe...aber irgendwie gehört das ja auch dazu zum „Weltenreiten“. Ich bin froh, dass es jetzt endlich soweit ist und das mein „Baby“ endlich das Licht der Welt erblickt!

BlackBeats.FM: Du bist Schauspieler und Musiker. Wie kriegt man beides unter einen Hut?

Tyron Ricketts: Die Erfahrungen der letzten Jahre waren sehr lehrreich für mich, was der Stress im Job und das „unter einen Hut bringen“ betrifft. Ich denke es geht anderen Kollegen sicher ähnlich. Es funktioniert bis zu einem gewissen Punkt und man muss schauen die Balance zu halten. Doch ich hatte mich irgendwann so heruntergearbeitet, dass eines Tages einfach nichts mehr ging. Das war dann auch der Zeitpunkt mir eine Auszeit zu nehmen, den Koffer zu packen und eine 7 monatige Reise anzutreten. Ich hatte sozusagen die Schnauze einfach voll, kaufte das Ticket und war weg.

BlackBeats.FM: Bleibt da überhaupt noch Freizeit um auch mal andere Dinge zu tun?

Tyron Ricketts: Als Musiker verschwimmen Freizeit und Arbeit. Ist das nicht der Fall, stimmt etwas nicht mehr. Genau dieses Gefühl hatte ich auch vor dem Reiseantritt. Betrachte ich die aktuelle Situation, so verschwimmen Job und Freizeit, alles ist im Flow – genau wie es sein muss.

BlackBeats.FM: Deine Eltern sind österreichischer und jamaikanischer Abstammung. Das sind zwei völlig verschiedene Kulturen. Wie bist du damit aufgewachsen? Steckt in dir mehr der Österreicher oder der Jamaikaner?

Tyron Ricketts: In einer Familie mit verschiedenen Kulturen aufzuwachsen ist eines der wundervollsten Dinge, die einem Kind passieren kann. Aus beiden Kulturen kommen die unterschiedlichsten Erfahrungen, Sprachen und Lebenswelten zusammen, die unglaublich bereichern. Sicher ist es als Kind und Jugendlicher nicht immer ganz einfach. Hier sind es jedoch meist Außenstehende, die negativ hinterfragen oder durch Nichtwissen das Unbekannte falsch einschätzen.

BlackBeats.FM: Die Musik, speziell der Hip Hop hatte für dich schon immer einen großen Stellenwert. Von 1996 bis 2000 hast du beim TV-Sender Viva die Show “Word Cup“ moderiert. Welche Erfahrungen nimmst du aus dieser Zeit mit?

Tyron Ricketts: Ich hatte damals das große Glück alle meine Idole zu treffen und sogar mir etwas Geld zu verdienen was ich auch umsonst gemacht hätte. Ich nehme aus dieser Zeit mit, dass wir alle normale Menschen sind (Stars oder nicht) und dass die wirklich erfolgreichen, und dabei auch glücklichen Menschen, immer eine Verbindung zu ihrer Mitte haben und mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben sind.

BlackBeats.FM: Dein schauspielerisches Talent hast du unter anderem bei der ZDF-Serie SOKO Leipzig beweisen können. Von dort kennst du auch Günther Kaufmann, der leider dieses Jahr verstorben ist und für den du den Track “Neustart“ geschrieben hast. Was genau möchtest du mit diesem Song aussagen und warum hast du ihm diesen Namen gegeben?

Tyron Ricketts: Ich habe den Song nicht für Günther geschrieben, habe ihn Ihm aber gewidmet. Er ist in dem Film dabei aus dem ich das Video geschnitten habe und wir sind am Set gute Freunde geworden. Ich denke, dass uns beide viel verbunden hat, obwohl wir eine andere Generation sind. Wir beide haben ähnliche Erfahrung in der deutschen Schauspielbranche gemacht und ich bin ihm dankbar, dass er mit seiner Kraft den Weg für Menschen, wie mich schon ein wenig geebnet hat.

BlackBeats.FM: Trotz dessen hast du die Musik nie vernachlässigt und stets an diversen Musikprojekten mitgewirkt, unter anderem mit Mellowbag. Wie wichtig waren dir diese Projekte?

Tyron Ricketts: Mellowbag war meine erste Band, mit der ich meine musikalischen Ambitionen auf ein wirklich gutes musikalisches Level bringen konnte. „Tabula Rasa“ und „Props“ waren Meilensteine für den deustchen Hip Hop und ich habe es sehr genossen mit den Jungs auf Tour zu gehen. Von Akanni konnte ich sehr viel lernen und es war eine tolle Zeit, die ich manchmal vermisse. Bei BK ging es darum eine Lobby für schwarze Menschen in Deutschland zu bilden und 15 wütende schwarze Männer, die ihre Stimme erheben waren dafür genau das richtige. Zu dieser Zeit gab es viele rechtsmotivierte Übergriffe und sogar Morde und es war an der Zeit die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass es so nicht weiter gehen konnte. Ich denke das ist uns gelungen. Die Kunst kann oft auf Dinge hinweisen die sonst schwierig zu vermitteln sind!

BlackBeats.FM: Du setzt dich sehr viel mit dem Thema Rassismus auseinander. Hast du selber damit Erfahrungen gesammelt?

Tyron Ricketts: Ja! Und ich habe langsam die Nase voll davon!

BlackBeats.FM: Dein aktuellstes Projekt ist dein neues Album „Weltenreiter“, welches am 31. August 2012 in den Handel kommt. Wir haben bereits darüber berichtet, jedoch würden wir gerne von dir noch einige Worte dazu hören.

Tyron Ricketts: Ich fuhr mit Liebeskummer durch Neuseeland! Der traurigste Mensch der Welt im schönsten Land der Erde...An einem Strand, an dem ich 2 Tage alleine war und mich meinen Gefühlen hingeben konnte platzte dann plötzlich der kreative Damm in meinem Kopf und ich fing an Texte zu schreiben. Ab da ging eigentlich alles wie von alleine. Nach ca. 3 Monaten ohne E-mails und Telefon hört man einfach seine innere Stimme wieder lauter und in meinem Fall kamen die Worte in Reimform aus mir heraus. Man beschäftigt sich auf so einer Reise viel mit sich selbst, deshalb geht es auch bei vielen Songs nicht nur um die Reise im Äußeren, sondern eben auch besonders um die Reise die man im Inneren macht, wenn man sich durch Erfahrungen im Leben weiter entwickelt. Das Blurb-Buch, in dem die Reise dokumentiert wurde und das als zentrales Element neben dem Album erscheint, besteht zum Großteil aus Fotos, die ich auf der Reise gemacht habe und ist mit Textzitaten meiner Songs und Tagebucheinträgen zu einer Geschichte verwoben. Als ich von der Möglichkeit, ein solches Buch mit Blurb zu machen erfahren habe, war das die logische Konsequenz!

Die Musik würde ich als „melodische Rap-Musik für Erwachsene“ beschreiben! Vielleicht so etwas wie ein Einblick in die Gedanken und Gefühle von mir...über das Leben, die Seele, die Liebe...! Smooth gerappt über gute Musik! Mic Donet ist dabei, Kaye Ree, Vanessa Mason, Bico Kadir und noch einige wirklich tolle Zeitgenossen!

BlackBeats.FM: Wie sieht es momentan mit deiner Schauspielkarriere aus? Ist erst einmal die Musik vorrangig oder tust du beides parallel?

Tyron Ricketts: Zur Zeit stecke ich meine gesamte Energie in „Weltenreiter“. Es ist das ehrlichste Projekt, das ich je gemacht habe und es verdient meine gesamte Aufmerksamkeit. Ich habe ein, zwei Filmprojekte die in der Entwicklungsphase sind und freue mich natürlich über weitere, gute Angebote. Mittelfristig glaube ich nur eine wirkliche Karriere in Amerika machen zu können. Ich habe das Gefühl, dass es noch lange dauert bis Deutschland offen für einen Filmstar mit Migrationshintergrund ist.

BlackBeats.FM: Welche Musik du machst wissen wir ja nun, aber was hörst du dir persönlich gerne an?

Tyron Ricketts: Ich feiere das Album von Frank Ocean...! Zu Hause höre ich auch gerne alte Sachen wie Curtis Mayfield oder Jazz. Ich bin in letzter Zeit offener geworden. Was könnt Ihr mir denn empfehlen?

BlackBeats.FM: Wir wünschen dir für deinen weiteren Weg ganz viel Erfolg und bedanken uns bei dir für das informative Interview. Nun hast du das letzte Wort!

Tyron Ricketts: Das Blurb-Buch und das Album „Weltenreiter“ erscheinen am 31.08. Das Buch ist bei Blurb.de erhältlich, die Songs gibt’s über iTunes, Amazone und im Handel. Ich freu mich, wenn ihr mit mir auf die Welle kommt!

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